BMW treibt den Modellwechsel bei seiner Kernbaureihe voran. Die neue 3er-Limousine der Generation G50 mit dem M350 xDrive sowie die vollelektrische i3-Limousine standen zuletzt im Zentrum der Produktkommunikation des Konzerns. Für Anleger ist das mehr als Modellpflege: Der Umbau des Portfolios entscheidet mit darüber, wie BMW die Übergangsphase zwischen Verbrenner und Elektroantrieb finanziell durchsteht.
Neuer Antrieb, neue Struktur
Der M350 xDrive leistet 326 kW, umgerechnet 443 PS, und beschleunigt laut den vorgestellten Werten in 4,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Damit übernimmt er künftig die Rolle als einzige Sechszylinder-Variante der 3er-Reihe außerhalb des M3 – BMW hat das Aus für den bisherigen M340d bestätigt. Preise nannte der Hersteller bislang nicht, ebenso wenig einen finalen Produktnamen jenseits der Bezeichnungen „320“ und „M350 xDrive“.
Parallel rückt die i3-Limousine mit M Sport Package in den Fokus der Elektrostrategie. Die ersten europäischen Kundenauslieferungen sollen im Herbst beginnen, US-Kunden müssen sich länger gedulden. Der i3 gilt Berichten zufolge als faktischer Nachfolger des i4 Gran Coupé, dessen Produktion in der aktuellen Generation frühestens Ende 2026 oder im ersten Quartal 2027 in Europa ausläuft.
Werk Regensburg wieder im Takt
Im Werk Regensburg hat BMW den Umbau für die Neue Klasse abgeschlossen. Während einer dreiwöchigen Produktionspause vom 8. bis 30. August wurden mehrere hundert Struktur- und Umrüstprojekte umgesetzt, seither läuft die Fertigung von X1 und X2 wieder regulär. Solche Eingriffe kosten kurzfristig Produktionstage, sichern aber die Kapazitäten für kommende Elektromodelle.
Zusätzlichen Schub für das internationale Geschäft soll der India-Launch der überarbeiteten 7er-Baureihe und des i7 bringen, der für den heutigen Freitag angesetzt ist. Buchungen dafür sind bereits seit Anfang August geöffnet – ein Signal, dass BMW auch außerhalb Europas auf die Nachfrage nach Oberklasse-Elektromodellen setzt.
Kurs bleibt unter Druck, Analysten sahen Anfang September Potenzial
An der Börse hat sich die Aktie von ihrem Jahrestief noch nicht nachhaltig gelöst. Sie notiert aktuell bei 62,66 Euro, nach einem Schlusskurs von 63,00 Euro am Donnerstag, und liegt damit rund 36 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 97,90 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein Kursrückgang von 33 Prozent zu Buche, auf Sicht von zwölf Monaten sind es 26 Prozent.
Anfang September hatten sich zwei Analysehäuser noch zuversichtlich gezeigt: Bernstein Research bestätigte am 4. September die Einstufung „Outperform“ mit einem Kursziel von 82 Euro, die Deutsche Bank Research beließ die Aktie am 2. September auf „Buy“ mit Kursziel 90 Euro.
Beide Kursziele liegen damit deutlich über dem aktuellen Niveau – ob sich diese Einschätzung angesichts der laufenden Modellwechsel und der noch unklaren Preisgestaltung bei der neuen 3er-Reihe hält, dürfte sich erst mit den kommenden Quartalszahlen zeigen.
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