Juli 2026 vollzog der Konzern die technische Umwandlung sämtlicher Vorzugsaktien in Stammaktien. Die Hauptversammlung hatte den Schritt bereits am 13. Mai 2026 beschlossen, die Eintragung ins Handelsregister erfolgte am 30. Juni. Damit verschwindet die jahrzehntelange Zweiteilung der BMW-Aktie in Stamm- und Vorzugspapiere endgültig aus dem Handel.
Die Neuordnung der Aktienstruktur fällt in eine Phase, in der der Konzern operativ unter Druck steht. Im Juni hatte BMW die Jahresprognose für die EBIT-Marge im Segment Automobile deutlich zurückgenommen: Statt der zuvor avisierten vier bis sechs Prozent rechnet der Konzern nun nur noch mit einer Marge zwischen ein und drei Prozent. Als Gründe nannte BMW eine beschleunigte Absatzschwäche in China sowie gestiegene Energiekosten.
Zwei Analysten drehen auf Kaufen
Die gesenkten Ziele haben inzwischen Spuren in der Analystenmeinung hinterlassen. HSBC-Analyst Mike Tyndall stufte die BMW-Stammaktie am 17. Juli 2026 von „Hold“ auf „Buy“ hoch und setzte das Kursziel auf 71,00 Euro. Seine Begründung: Die im Vormonat gesenkten Konzernziele spiegelten die Marktrisiken in China und die geopolitischen Belastungen inzwischen angemessen wider – der schlechte Ausblick sei damit eingepreist.
Wenige Tage zuvor, am 14. Juli 2026, hatte bereits die Deutsche Bank Research über Analyst Tim Rokossa die Einstufung „Buy“ für BMW bestätigt und ein Kursziel von 90,00 Euro genannt. Die Bestätigung erfolgte im Vorfeld der anstehenden Quartalszahlen. Beide Häuser signalisieren damit trotz der schwierigen operativen Lage Vertrauen in eine mittelfristige Erholung des Aktienkurses.
Blick auf die Quartalszahlen
Am 10. Juli 2026 hatte BMW bereits einen Pre-Close Conference Call für Analysten und institutionelle Investoren abgehalten, um die operativen Rahmenbedingungen des zweiten Quartals zu erläutern. Die eigentlichen Zahlen folgen mit dem Halbjahresfinanzbericht zum 30. Juni 2026, den der Konzern für den 30. Juli 2026 angekündigt hat. Anleger dürften dabei vor allem auf Signale aus dem China-Geschäft achten, das als Hauptursache der Gewinnwarnung gilt.
Aktie nahe am Jahrestief
Der Kurs spiegelt die schwierige Gemengelage wider. Am Freitag schloss die BMW-Aktie bei 58,40 Euro und gab damit um 0,75 Prozent nach. Seit Jahresbeginn steht ein Kursverlust von 37,41 Prozent zu Buche – ein Rückgang, der bereits in den bisherigen Schlagzeilen zum Wert dokumentiert wurde. Vom 52-Wochen-Tief bei 56,72 Euro, erreicht am 15. Juli 2026, trennen die Aktie inzwischen nur noch 2,96 Prozent. Der Titel bewegt sich damit weiterhin in unmittelbarer Nähe seines Jahrestiefs, während die Kursziele der beiden Analysten deutlich darüber liegen.
Die Kombination aus abgeschlossener Kapitalmaßnahme, gesenkter Prognose und den jüngsten Hochstufungen zeichnet ein zweigeteiltes Bild: Operativ bleibt der Druck aus China hoch, während die Analysten das schlechte Nachrichtenumfeld inzwischen für weitgehend eingepreist halten. Der Halbjahresbericht Ende Juli dürfte zeigen, ob sich diese Einschätzung bestätigt.
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