BMW rutscht weiter ab. Am Dienstag fiel die Aktie im Handel auf 57,00 Euro, ein neues 52-Wochen-Tief. Zum Handelsschluss stand sie bei 57,52 Euro. Seit Jahresbeginn hat das Papier damit 40,03 Prozent verloren.
Der Kurssturz hat einen klaren Auslöser: China. Doch während der Konzern dort massiv einbricht, laufen in den USA und Europa parallel zwei Gegenbewegungen an. Ein Führungswechsel in Nordamerika und eine neue Nachhaltigkeitspartnerschaft in Italien sollen die Position in wichtigen Märkten stärken.
China bricht ein, USA halten dagegen
Die Zahlen zeigen ein zweigeteiltes Bild. Weltweit lieferte BMW im ersten Halbjahr 2026 rund 1,15 Millionen Fahrzeuge aus, ein Rückgang um 4,2 Prozent. Verantwortlich dafür ist fast ausschließlich China: Dort fielen die Verkäufe im ersten Halbjahr um 20,4 Prozent, im zweiten Quartal allein sogar um 30,2 Prozent.
Der US-Markt läuft dagegen. Im ersten Halbjahr wuchsen die Verkäufe dort um 3,9 Prozent. Kein Wunder, dass BMW gerade jetzt sein Führungsteam in Nordamerika neu aufstellt.
BMW North America mit Sitz in Woodcliff Lake gab am 13. Juli Veränderungen bekannt, die zum 1. September wirksam werden. Shaun Bugbee, Executive Vice President of Operations, geht nach fast drei Jahrzehnten im Konzern in den Ruhestand. Tom Shanley übernimmt seinen Posten, Tadhg O’Connor wird neuer Vice President für die Eastern Region. Der Umbau soll die Marktanteile in den USA sichern und den Start der „Neuen Klasse“ vorbereiten.
Bei der Elektromobilität gibt es zumindest einen Lichtblick. Der BEV-Absatz von BMW und MINI stieg im zweiten Quartal um 5,2 Prozent, in Europa sogar um 38,0 Prozent.
Diesel-Ersatz für Italien
Parallel zur Personalie in den USA setzt BMW auf Nachhaltigkeit. Am 13. Juli vereinbarte der Konzern eine Partnerschaft mit dem italienischen Energiekonzern Eni. Die BMW-Unternehmensflotten in Italien laufen künftig mit dem Biokraftstoff „HVOlution“.
Der Diesel-Ersatz stammt zu 100 Prozent aus erneuerbaren Rohstoffen und wird von Enilive hergestellt, einem Tochterunternehmen von Eni für nachhaltige Mobilität. BMW hat den Einsatz von HVO-Kraftstoff bereits für Dieselmodelle ab Baujahr Ende 2014 mit Motoren der Generation B freigegeben.
Überverkauft, aber mit Kursziel 90 Euro
Trotz des neuen Tiefs bleiben einige Analysten optimistisch. Die Deutsche Bank bestätigte am 14. Juli ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 90 Euro. Analyst Tim Rokossa verweist zwar auf die schwachen Q2-Ergebnisse durch das gedrückte Preisniveau, sieht in der niedrigen Bewertung aber eine Einstiegschance.
Die Charttechnik untermauert diese Sicht zumindest kurzfristig. Der RSI liegt bei 29,4 und damit unter der Marke von 30, die als stark überverkauft gilt. Die Aktie notiert derzeit 15,84 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt und 29,69 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 81,81 Euro.
Am 30. Juli legt BMW den vollständigen Halbjahresbericht vor. Er dürfte zeigen, wie stark die eingeleiteten Sparmaßnahmen und der Umbau in den USA die Profitabilität tatsächlich stützen können.
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