BMW senkt zum zweiten Mal in diesem Jahr die Gewinnerwartung. Die Marge im Autogeschäft soll 2026 nur noch zwischen minus 0,5 und plus 0,5 Prozent liegen. Nachbörslich gab die Aktie um gut drei Prozent nach.
Kosten für Umbau und Stellenabbau
Bisher hatte der Konzern nach der Gewinnwarnung im Sommer einen Korridor von 1 bis 3 Prozent in Aussicht gestellt. Als Grund nennt BMW erweiterte und intensivierte Portfolio- und Strukturmaßnahmen. Vor diesen Maßnahmen rechnet das Unternehmen weiterhin mit einer EBIT-Marge über 2,0 Prozent.
Ein Teil der Belastung stammt aus dem Stellenabbau. Das im Oktober gestartete Abfindungsprogramm kam überraschend gut an und wurde nach weniger als drei Wochen wieder geschlossen. Viele Ausstiege und ihre Kosten dürften deshalb schon im vierten Quartal anfallen. Früher hatte BMW für das Jobabbauprogramm mit Gesamtkosten von rund einer Milliarde Euro kalkuliert.
Zudem will der Konzern die organisatorische Neuaufstellung schneller und umfangreicher umsetzen. Die angekündigte Verschlankung der Managementfunktionen soll beschleunigt werden.
Neue Klasse zieht schneller an
Hinter den Portfoliomaßnahmen steht die anhaltend hohe Nachfrage nach der vollelektrischen Neuen Klasse. BMW hat zusätzliche Produktionsschichten eingeführt. Der schnellere Hochlauf eröffne die Möglichkeit, frühere Fahrzeug- und Technologiegenerationen eher auslaufen zu lassen, so das Unternehmen.
Das hat Folgen für die Stückzahlen. Die Auslieferungen im Segment Automobile sollen nun moderat sinken, um 5 bis 10 Prozent. Zuvor war ein leichter Rückgang von bis zu 5 Prozent erwartet worden. Der Anteil vollelektrischer Fahrzeuge soll dafür leicht steigen, nachdem bislang ein Wert auf Vorjahresniveau geplant war.
Stabil bleibt der Ausblick beim Free Cashflow im Automobilgeschäft: Er soll weiterhin über 2,5 Milliarden Euro liegen.
Zahlen am Mittwochmorgen
Details zu den Maßnahmen legt BMW am Mittwoch vor. Dann veröffentlicht der Konzern auch die Zahlen zum dritten Quartal. Dort dürfte sich zeigen, wie hoch die Sonderlasten ausfallen und wie viel davon bereits im vierten Quartal verbucht wird.
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