Sechs BMW-Vorstände kauften Ende Mai koordiniert eigene Aktien — zu je 76,20 Euro. Heute notiert die Aktie bei 67,40 Euro. Das entspricht einem Verlust von rund 12 Prozent auf den Einstiegspreis der Unternehmensführung.

Insider unter Wasser

Dr. Milan Nedeljković investierte knapp 400.000 Euro, Walter Mertl rund 317.000 Euro, Jochen Goller rund 340.000 Euro. Dr. Nicolai Martin, Dr. Joachim Post und Ilka Horstmeier folgten mit jeweils mehreren hunderttausend Euro. Das Signal war klar: Die Führungsriege setzt auf eine Erholung.

Passiert ist das Gegenteil. Mit einem RSI von 25 ist die Aktie technisch tief im überverkauften Bereich. Seit Jahresbeginn hat sie knapp 30 Prozent verloren — und liegt nur knapp über dem 52-Wochen-Tief von 65,52 Euro.

Zahlen unter Druck

Nedeljković übernahm im Mai die Nachfolge von Oliver Zipse — in einem schwierigen Umfeld. Im ersten Quartal sank der Umsatz im Segment Automobile um 7 Prozent auf 27,2 Milliarden Euro. Das Konzernergebnis schrumpfte um 23 Prozent auf 1,67 Milliarden Euro.

Der Branchenvergleich macht die Lage plastisch. Während US-Hersteller ihren Gewinn um 83 Prozent steigerten, verbuchten die drei deutschen Großkonzerne zusammen ein Minus von 23 Prozent. BMW landete mit einer Nettomarge von 6,5 Prozent noch auf Rang vier — vor Mercedes-Benz mit 6,0 Prozent und Volkswagen mit 3,3 Prozent. Dennoch: Die Durchschnittsmarge der deutschen Konzerne rutschte von 5,7 auf 4,6 Prozent.

Für das Gesamtjahr erwartet BMW eine EBIT-Marge im Segment Automobile zwischen 4 und 6 Prozent. Das Konzernergebnis vor Steuern soll moderat unter Vorjahr liegen.

JPMorgan hält Kurs

JPMorgan-Analyst Jose Asumendi bewertet die Aktie weiterhin mit „Overweight“ und einem Kursziel von 100 Euro — fast 50 Prozent über dem aktuellen Kurs. Seine Erwartung an die Automarge im zweiten Quartal liegt bei 5 Prozent, etwas unter dem Konsens von 5,5 Prozent.

Entscheidend werden die Juni-Absatzdaten. Sie zeigen, ob BMW die Quartalsziele noch erreichen kann — und ob das Vertrauen der Vorstände in die eigene Aktie eine Grundlage hat.

Parallel läuft das Rückkaufprogramm weiter. Bis Ende August will BMW eigene Aktien im Wert von bis zu 625 Millionen Euro zurückkaufen. Im April erwarb der Konzern bereits 54.000 Stammaktien. Ob das die Stimmung dreht, hängt maßgeblich davon ab, was die Absatzdaten für Juni zeigen — sie erscheinen noch vor dem Quartalsbericht Ende Juli.