Bei BMW richtet sich der Blick auf die Frage, wie stark die Absatzschwäche auf das Ergebnis durchschlägt. Die gestern veröffentlichten Analystenurteile fallen unterschiedlich aus. Während RBC vorsichtiger wurde, bestätigte Deutsche Bank Research ihre Kaufempfehlung. Ein möglicher Entlastungsfaktor liegt dabei nicht im Fahrzeugverkauf, sondern in der Beilegung eines Streits mit einem Bremsenzulieferer.

Analysten gewichten Belastungen unterschiedlich

Medienberichten zufolge senkte RBC gestern das Kursziel von 60 auf 58 Euro und bestätigte die Einstufung „Sector Perform“. Analyst Tom Narayan verwies auf anhaltenden Gegenwind im chinesischen Absatzmarkt.

Zugleich nannte Narayan eine mögliche Entlastung für die Profitabilität des Autogeschäfts durch die Beilegung des Zuliefererstreits. Das ist keine bestätigte Ergebnisverbesserung. Der Hinweis macht aber deutlich, weshalb sich die Gewinnentwicklung nicht allein aus den Auslieferungszahlen ableiten lässt.

Deutsche Bank Research beließ BMW gestern dagegen auf „Buy“ mit einem Kursziel von 71 Euro. Die beiden Bewertungen stehen damit für unterschiedliche Einschätzungen der Aktie trotz derselben operativen Belastungen.

Aus den Kurszielen allein folgt allerdings noch keine Antwort auf die Margenfrage. Entscheidend wird sein, wie sich die geringeren Stückzahlen und mögliche Entlastungen im Autogeschäft tatsächlich im Ergebnis niederschlagen.

Absatzmix liefert ein differenziertes Bild

BMW meldete am Dienstag für das dritte Quartal 2026 weltweit 551.072 ausgelieferte Automobile. Das entsprach einem Rückgang um 6,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.

Regional verlief die Entwicklung uneinheitlich: Europa und die USA verzeichneten Zuwächse. Sie reichten jedoch nicht aus, um den weltweiten Rückgang auszugleichen. Für Anleger ist deshalb neben der Gesamtmenge auch die Zusammensetzung der Auslieferungen relevant.

Bei batterieelektrischen Fahrzeugen stiegen die weltweiten Auslieferungen um 7,2 Prozent auf 110.257 Fahrzeuge. In Europa war im dritten Quartal jedes dritte ausgelieferte Fahrzeug vollelektrisch.

Das Wachstum dieses Bereichs begrenzte die Schwäche des Gesamtabsatzes, kehrte sie aber nicht um. Aus dem höheren Elektroabsatz lässt sich zudem ohne entsprechende Ergebniszahlen keine Aussage über eine verbesserte Profitabilität ableiten.

Quartalsmitteilung liefert den nächsten Maßstab

Für den 4. November ist die Quartalsmitteilung zum 30. September 2026 angekündigt. Sie bildet den nächsten Termin für die finanzielle Einordnung der Absatzentwicklung.

Bis dahin bleibt die Unterscheidung zentral: Der Rückgang der Auslieferungen ist gemeldet, eine mögliche Entlastung durch den Zuliefererstreit dagegen eine Analysteneinschätzung. Für die Bewertung von BMW kommt es darauf an, ob sich solche Entlastungen tatsächlich in der Profitabilität zeigen.