Boeing schreibt weiter Verlust, doch der Abstand zur Gewinnzone schrumpft rasant. Im dritten Quartal stand unter dem Strich ein Minus von 116 Millionen Dollar. Ein Jahr zuvor waren es noch über fünf Milliarden.

Verlust fast verschwunden

Je Aktie ergab sich ein Fehlbetrag von 0,26 Dollar, nach 7,14 Dollar im Vorjahr. Der bereinigte Kernverlust fiel mit 0,34 Dollar je Aktie ebenfalls deutlich kleiner aus. Der Umsatz legte um 4 Prozent auf 24,2 Milliarden Dollar zu. Treiber waren höhere Volumina im Verteidigungs- und Servicegeschäft, während der Mix der Verkehrsflugzeug-Auslieferungen weniger günstig ausfiel.

Die Kosten sanken spürbar. Das Vorjahresquartal war durch die Verzögerungen beim Großraumjet 777X belastet, dessen erstes Exemplar nun erst 2027 ausgeliefert werden soll.

Cash und Auftragsbuch

Der bereinigte Barmittelzufluss verbesserte sich stärker, als Analysten erwartet hatten. Für einen Konzern, der jahrelang Mittel verbrannte, ist das ein wichtiges Signal. Der Auftragsbestand wuchs auf den Rekordwert von 745 Milliarden Dollar.

Konzernchef Kelly Ortberg verwies auf einen Meilenstein: Die 737-Max-Varianten Max 7 und Max 10 haben nach langer Verzögerung die Zulassung erhalten. „Aber wir sind noch nicht fertig“, räumte er ein. Boeing wolle sich weiter auf Sicherheit und Qualität konzentrieren.

Dahinter steht eine lange Vorgeschichte. Nach den beiden tödlichen Abstürzen von 737-Max-Jets 2018 und 2019 geriet der Konzern in eine Dauerkrise. Anfang 2024 stellte die US-Luftfahrtbehörde den Hersteller wegen Qualitäts- und Produktionsmängeln unter verschärfte Aufsicht. Inzwischen hat sie die Zügel wieder etwas gelockert.

Aktie reagiert verhalten

Die Börse nahm die Zahlen gelassen auf. Vorbörslich bewegte sich das Papier in der Nähe von 187 bis 189 Dollar, mal leicht im Plus, mal leicht im Minus. Die Anleger scheinen die Verbesserung bereits eingepreist zu haben.

Als nächste harte Marke gilt die erste Auslieferung der 777X im Jahr 2027. Bis dahin dürfte die Entwicklung des Barmittelzuflusses der zentrale Maßstab für die Sanierung bleiben.