Bombardier liefert Zahlen, die eigentlich zum Feiern einladen. Trotz eines massiven Gewinnsprungs schicken Anleger die Aktie am Donnerstag auf Talfahrt.

Das bereinigte Ergebnis je Aktie kletterte im zweiten Quartal auf 2,50 US-Dollar. Analysten hatten im Schnitt lediglich mit 1,41 US-Dollar gerechnet. Der Quartalsumsatz stieg zeitgleich um sechs Prozent auf rund 2,15 Milliarden US-Dollar. Das Wachstum trieben vor allem höhere Preise für Flugzeuge und das florierende Servicegeschäft.

Besonders die Wende beim freien Cashflow sticht hervor. Hier generierte der Konzern 228 Millionen US-Dollar, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Minus von 164 Millionen US-Dollar in den Büchern stand. Kräftige Kundenanzahlungen stützten diese Entwicklung.

Auslieferungen unter Vorjahr

Ein Wermutstropfen bleibt die Zahl der ausgelieferten Flugzeuge. Mit 32 Einheiten lieferte Bombardier weniger Jets aus als im Vorjahreszeitraum. Das Management macht dafür anhaltende Probleme in den Lieferketten verantwortlich.

Für das zweite Halbjahr stellt CEO Éric Martel eine höhere Schlagzahl bei den Übergaben in Aussicht. Die Jahresziele bleiben bestehen. Das Servicegeschäft wächst derweil kräftig und steuert inzwischen fast ein Drittel zum Gesamtumsatz bei.

Das Polster für die kommenden Jahre wächst parallel dazu weiter. Der Auftragsbestand stieg seit Jahresbeginn um 4,3 Milliarden auf eine Summe von 21,8 Milliarden US-Dollar an.

Spielraum für Übernahmen

Die Bilanz entspannt sich zusehends. Bombardier reduzierte die Nettoverschuldung im Quartal um rund 356 Millionen US-Dollar. Bis November 2030 stehen nun keine größeren Verbindlichkeiten zur Rückzahlung an.

Diese finanzielle Stabilität will Martel für Zukäufe nutzen. Er signalisierte Interesse an Übernahmen in den Bereichen Flugzeug-Services und Verteidigung.

An der Börse sorgten die Nachrichten dennoch für Ernüchterung. Der Kursrückgang von knapp acht Prozent auf 330,02 CAD folgt auf eine Phase extremer Stärke. Mit einem Plus von 38 Prozent seit Jahresbeginn scheint ein Teil der guten Nachrichten bereits eingepreist gewesen zu sein.