Starke Quartalszahlen, schwacher Ausblick: Bei Booking Holdings klafft die Wahrnehmung auseinander. Piper Sandler senkt das Kursziel auf 200 Dollar, nach zuvor 215 Dollar, und bleibt bei „Neutral“. Die Aktie notiert bei rund 155 Dollar, knapp über dem Jahrestief und etwa 27 Prozent im Minus seit Jahresbeginn.
Zahlen überzeugen, Ausblick bremst
Das dritte Quartal fiel besser aus als erwartet. Die Buchungen übertrafen die Prognose von Piper Sandler um vier Prozent und wuchsen erstmals seit drei Quartalen wieder zweistellig, bereinigt um Währungseffekte. Auch das EBITDA lag vier Prozent über den Erwartungen.
Den Dämpfer lieferte der Blick nach vorn. Die Buchungsprognose für das vierte Quartal fiel verhalten aus, belastet durch Störungen im Nahen Osten und in Europa. Piper Sandler hält die Guidance für vermutlich konservativ und schraubte die eigenen Schätzungen nur leicht nach unten. Zugleich sieht das Haus einen robusten Reisemarkt, in dem erste Experimente mit künstlicher Intelligenz laufen.
Kursziele auf breiter Front gesenkt
Piper Sandler steht mit der Anpassung nicht allein. Die Kursziele nach den Zahlen reichen von 179 bis 245 Dollar, die Begründungen unterscheiden sich deutlich:
- Wells Fargo: 179 Dollar, wegen nachlassender Nachfrage durch Proteste in Europa und neuer Bedrohungen für Flughäfen im Nahen Osten
- Morgan Stanley: 200 Dollar, Rating „Overweight“
- Susquehanna: 200 Dollar, wegen schwächerer internationaler Reisetrends im Schlussquartal
- Mizuho: 205 Dollar, mit Verweis auf einen vielversprechenden Ausblick für das erste Halbjahr 2027
- BMO Capital: 245 Dollar, weil die Nachfrage robust bleibe
Das Bild ist gemischt: Alle Häuser loben die Quartalszahlen, doch die kurzfristigen Risiken wiegen unterschiedlich schwer. Selbst das niedrigste Ziel liegt noch deutlich über dem aktuellen Kurs.
Bewertung als Gegengewicht
Die Aktie ist im Vergleich zum Wachstum günstig geworden. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei knapp 17, das PEG bei 0,29. Vorbörslich legte der Titel zuletzt um gut vier Prozent zu.
Konzerntochter OpenTable präsentierte am Mittwoch zudem ihre Restaurant-Trendstudie für 2027. Demnach stiegen die Reservierungen auf der US-Plattform 2026 um 11 Prozent. Ein Kursbeweger ist das nicht, es unterstreicht aber die Konsumlaune im Dining-Segment.
Entscheidend für die Einordnung der Analystenziele ist nun das vierte Quartal: Fällt die Nachfrage in Europa und im Nahen Osten weniger schwach aus als vorsichtig geplant, dürfte sich die Einschätzung der „konservativen Guidance“ bestätigen.
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