Boston Beer bekommt im zweiten Quartal wohl Rückenwind aus dem Gerichtsverfahren mit Ardagh Metal Packaging USA. Ein US-Bundesgericht hat das Urteil nachträglich angepasst. Das senkt den angesetzten Zinsaufwand spürbar und entlastet die Gewinn- und Verlustrechnung.
Das Gericht setzte die Schäden auf 175,5 Millionen Dollar fest. Dazu kommen 15,5 Millionen Dollar an Zinsen vor Urteil. Zusammen ergibt das 191,0 Millionen Dollar vor Steuern. Boston Beer hatte zuvor 36,5 Millionen Dollar dafür zurückgestellt. Die neue Zahl liegt 21,0 Millionen Dollar niedriger.
Für das zweite Quartal 2026 kalkuliert das Unternehmen deshalb mit einem positiven Effekt auf den Gewinn je verwässerter Aktie nach US-GAAP von etwa 1,52 Dollar. Boston Beer hält weiter daran fest, den Vertragsbruch nicht begangen zu haben. Der Konzern will weitere Anträge nach dem Urteil und Berufungsoptionen nutzen. Auf den offenen Betrag laufen während des Verfahrens weiter Zinsen von geschätzt rund 3,79 Prozent jährlich auf.
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Aktie unter Druck
An der Börse bleibt der Ton trotzdem rau. Die Aktie notiert bei 141,60 Euro und hat heute 7,15 Prozent verloren. Seit einer Woche steht ein Minus von 9,40 Prozent zu Buche, auf Sicht von 30 Tagen sind es sogar 20,09 Prozent.
Damit bewegt sich der Titel genau am 52-Wochen-Tief. Vom Hoch bei 222,40 Euro Anfang April ist Boston Beer inzwischen weit entfernt. Auch der Abstand zu den gleitenden Durchschnitten bleibt groß. Der Kurs liegt klar unter der 50-Tage-Linie von 184,78 Euro und unter der 100-Tage-Linie von 186,82 Euro.
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Mehr als nur der Rechtsstreit
Der juristische Effekt kommt zur rechten Zeit. Denn Boston Beer arbeitet weiter in einem schwierigen Markt für alkoholische Getränke. Parallel dazu setzt der Konzern auf neue Impulse über die Marke Samuel Adams. Dort läuft die neu aufgelegte Brewer Patriot Collection, ein limitiertes Viererpack mit Rezepten aus früheren Zeiten, im Rahmen der Sommerkampagne „Raise a Sam“.
Für Anleger bleibt damit vor allem die Mischung aus Entlastung und Unsicherheit wichtig. Der Rechtsstreit drückt nicht mehr so stark auf die Bilanz wie zuvor angenommen. Ob die Berufung am Ende noch weitere Änderungen bringt, wird sich erst im weiteren Verfahrensverlauf zeigen.
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