Der US-amerikanische Casinobetreiber Boyd Gaming hat am Montag seine Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 präsentiert. Trotz eines stagnierenden Gesamtumsatzes gelang es dem Unternehmen, die Gewinnerwartungen des Marktes beim bereinigten Ergebnis zu übertreffen. Besonders die starke Entwicklung in den Regionen außerhalb von Las Vegas sowie ein optimistischerer Ausblick für das Digitalgeschäft stießen bei Beobachtern auf ein positives Echo.
Regionale Stärke kompensiert Baustellen in Las Vegas
Im abgelaufenen Quartal erwirtschaftete Boyd Gaming einen Umsatz von 1,034 Milliarden US-Dollar, was nahezu exakt dem Vorjahresniveau entspricht. Der Nettogewinn belief sich auf 131,2 Millionen US-Dollar oder 1,75 US-Dollar je Aktie, nach 151,5 Millionen US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Bereinigt um Sondereffekte lag der Gewinn pro Aktie (EPS) jedoch bei 1,93 US-Dollar und damit über dem Vorjahreswert von 1,87 US-Dollar sowie über dem Marktkonsens von 1,89 US-Dollar.
Die regionalen Standorte im Mittleren Westen und im Süden der USA erwiesen sich als wesentliche Wachstumstreiber. In diesem Segment stieg der Umsatz um 3 Prozent, während das operative Ergebnis (EBITDA) um 4 Prozent zulegte. In Las Vegas präsentierte sich das Geschäft mit der lokalen Bevölkerung stabil, sofern man baubedingte Einschränkungen ausklammert. Renovierungsarbeiten am Standort Suncoast sowie eine schwächere Nachfrage nach Destination-Angeboten belasteten das Ergebnis in Las Vegas mit insgesamt rund 8 Millionen US-Dollar. Ohne die betroffenen Standorte Orleans und Suncoast verzeichnete Boyd Gaming in der Casino-Metropole jedoch ein Umsatzplus von 4 Prozent bei operativen Margen von über 50 Prozent.
Anhebung der Prognosen für Online- und Management-Geschäft
Für das weitere Geschäftsjahr zeigt sich die Konzernführung zuversichtlich und passte ihre Zielsetzungen nach oben an. Das Unternehmen erhöhte die Prognose für das Online-Geschäft auf eine Spanne von 35 bis 40 Millionen US-Dollar. Auch für das Segment der verwalteten Betriebe (Managed Business), zu dem unter anderem das Sky River Casino gehört, wurde die EBITDA-Erwartung auf 113 bis 117 Millionen US-Dollar heraufgesetzt. CEO Keith Smith betonte in diesem Zusammenhang, dass die positiven Trends aus dem zweiten Quartal auch in den ersten drei Juli-Wochen angehalten hätten.
Zudem treibt der Konzern seine Expansionspläne voran. Das Großprojekt in Norfolk, Virginia, liegt laut Unternehmensangaben im Zeit- und Budgetplan für eine Eröffnung Ende 2027. Hier strebt das Management eine Cash-on-Cash-Rendite von 15 Prozent an. Parallel dazu soll der Verkauf des Standorts Shreveport wie geplant bis Ende Juli abgeschlossen werden. CFO Josh Hirsberg erwartet zudem, dass die Fertigstellung der Renovierungen im Suncoast-Casino zum Ende des dritten Quartals die Marktanteile in Las Vegas wieder stärken wird.
Analysten reagieren auf Zahlen und Kapitalrückführungen
Anleger profitierten im zweiten Quartal erneut von umfangreichen Kapitalrückführungen. Insgesamt schüttete Boyd Gaming über 170 Millionen US-Dollar an seine Aktionäre aus, wobei 156 Millionen US-Dollar auf Aktienrückkäufe entfielen. Seit Ende 2021 hat das Unternehmen damit mehr als 3 Milliarden US-Dollar an die Anteilseigner zurückgegeben und die Anzahl der ausstehenden Aktien um etwa 35 Prozent reduziert. Aktuell verfügt der Konzern noch über eine Rückkaufermächtigung im Volumen von 551 Millionen US-Dollar.
Die Reaktion der Analysten fiel nach den Zahlen solide aus. Die Experten von Morgan Stanley passten ihr Kursziel leicht von 90 auf 89 US-Dollar an und behielten die Einstufung „Equalweight“ bei. Sie verwiesen dabei auf die Beständigkeit im inländischen Glücksspielmarkt. Die Analysten von Barclays hoben ihr Ziel hingegen minimal von 86 auf 87 US-Dollar an. An der Börse wird die Entwicklung des Titels positiv aufgenommen: Die Aktie notiert aktuell bei 78,50 €. Mit diesem Niveau bleibt das Papier in Schlagdistanz zu seinem 52-Wochen-Hoch von 79,50 €, von dem es lediglich ein Abstand von -1,26 % trennt.
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