Knapp zwei Wochen vor der Hauptversammlung am 23. April formiert sich bei BP breiter Widerstand. Führende Aktionärsberater und Pensionsfonds rufen dazu auf, gegen den Verwaltungsratschef Albert Manifold zu stimmen. Auslöser ist eine beispiellose Entscheidung des Managements, die den Konflikt um die strategische Ausrichtung des Ölkonzerns neu entfacht.
Ein beispielloser Vorgang
Der Streit entzündete sich an der Weigerung von BP, einen klimabezogenen Aktionärsantrag der Gruppe „Follow This“ auf die Agenda zu setzen. Obwohl die rechtlichen Hürden für die Einreichung laut Vorabprüfung erfüllt waren, blockierte das Unternehmen die Abstimmung. Laut Medienberichten ist dies ein Novum für ein Unternehmen aus dem britischen Leitindex FTSE 100.
Das Management verteidigte den Schritt mit rechtlichen Bedenken. Man verfüge bereits über eine klare Strategie mit mehrjährigen Zielen zur Wertsteigerung und halte sich an branchenübliche Standards zur Klimaberichterstattung.
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Allianz gegen die Führung
Die Reaktion der institutionellen Investoren ließ nicht lange auf sich warten. Eine wachsende Allianz empfiehlt nun, Manifold die Unterstützung zu entziehen. Zu den prominentesten Kritikern zählen:
- LAPFF: Der Pensionsfonds, dessen Mitglieder Vermögenswerte von über 425 Milliarden Pfund verwalten, fordert eine robustere Unternehmensführung.
- Glass Lewis & ISS: Die einflussreichen Aktionärsberater machen Manifold direkt für die Blockade des Antrags verantwortlich.
- LGIM: Der Vermögensverwalter, der rund 0,85 Prozent der BP-Anteile hält, schließt sich dem Protest ebenfalls an.
Interessanterweise lässt sich die Börse von den Turbulenzen auf Führungsebene bisher kaum beeindrucken. Mit einem Plus von gut 29 Prozent seit Jahresanfang notierte das Papier am Donnerstag solide bei 6,55 Euro.
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Strategischer Schlingerkurs
Neben dem blockierten Antrag birgt ein weiterer Tagesordnungspunkt Zündstoff. Das Management möchte zwei Klimaberichterstattungs-Resolutionen aus den Jahren 2015 und 2019 aus der Unternehmenssatzung streichen. Dafür ist eine Mehrheit von 75 Prozent erforderlich. Da bereits eine Sperrminorität von über 25 Prozent ausreicht, um das Vorhaben zu stoppen, rechnen Marktbeobachter mit einer knappen Entscheidung.
Dieser Konflikt fällt in eine Phase des strategischen Umbaus. Unter der neuen CEO Meg O’Neill – der vierten Führungskraft an der Spitze seit 2023 – rückt BP wieder stärker vom Bereich der erneuerbaren Energien ab und fokussiert sich auf das klassische Öl- und Gasgeschäft. Gleichzeitig belasten hohe Schulden und eine komplexe Unternehmensstruktur die Bilanz, was im Februar bereits zur Kürzung des Aktienrückkaufprogramms führte.
Die Abstimmung am 23. April wird somit zum ersten großen Härtetest für das neue Führungsduo. Bereits im vergangenen Jahr verweigerten fast 25 Prozent der Aktionäre dem damaligen Vorsitzenden Helge Lund die Entlastung. Ein ähnliches oder gar stärkeres Votum gegen Albert Manifold würde den Druck auf das Management erheblich erhöhen, die strategische Ausrichtung transparenter zu kommunizieren.
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