Morgen bricht bei BP eine neue Ära an. Wenn Meg O’Neill am 1. April 2026 als erste weibliche Führungskraft an die Spitze eines globalen Ölmultis rückt, steht die Marschroute bereits fest: weg von grünen Experimenten, zurück zum lukrativen Kerngeschäft mit Öl und Gas. Rückenwind erhält dieser strategische Schwenk durch massiv gestiegene Energiepreise, während gleichzeitig ein ungelöster Arbeitskampf in den USA die interne Stabilität testet.
Fokus auf das Kerngeschäft
Die Wahl des Vorstands ist ein unmissverständliches Signal an den Kapitalmarkt. O’Neill bringt jahrzehntelange Erfahrung aus dem klassischen Kohlenwasserstoff-Sektor mit, unter anderem bei ExxonMobil und zuletzt als Chefin des australischen Energiekonzerns Woodside. Mit dieser Personalie will BP die deutliche Bewertungslücke zu US-Konkurrenten wie Chevron oder Exxon schließen. Diese hatten den Trend zu erneuerbaren Energien weitgehend ignoriert und in den vergangenen Jahren signifikant höhere Renditen für ihre Aktionäre erwirtschaftet.
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Der Umbau des Konzerns läuft bereits auf Hochtouren. Nach Jahren der schwachen Performance unter der bisherigen Transformationsstrategie streicht das Management nun gezielt Investitionen in kohlenstoffarme Projekte. Sinnbildlich dafür steht der jüngste Abgang von Richard Bartlett, dem Leiter der Ladesäulen-Sparte BP Pulse. Künftig fließen im Schnitt weniger als 500 Millionen US-Dollar jährlich in diesen Bereich. Gleichzeitig strafft BP das Portfolio, was sich im Verkauf der Raffinerie Gelsenkirchen an die Klesch Group zeigt. Bis 2027 sollen die strukturellen Kosten um bis zu 7,5 Milliarden US-Dollar sinken.
Rückenwind vom Ölpreis, Gegenwind in den USA
Makroökonomisch spielt das aktuelle Umfeld der neuen Strategie in die Karten. Der durch den Iran-Krieg ausgelöste Anstieg des Ölpreises auf über 116 US-Dollar pro Barrel untermauert die wirtschaftliche Logik, sich wieder auf fossile Brennstoffe zu konzentrieren. An der Börse wird dieser Kurs honoriert: Die Papiere erreichten in London zuletzt den höchsten Stand seit Oktober 2018 und verzeichneten auf Jahressicht ein Plus von knapp 34 Prozent. Auch Analysten von Goldman Sachs und Morgan Stanley bestätigten in den vergangenen Tagen ihre positiven Einschätzungen für den Titel.
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Allerdings übernimmt O’Neill nicht ohne interne Baustellen. In der wichtigsten US-Raffinerie des Konzerns in Whiting, Indiana, eskaliert ein Arbeitskampf. Das Unternehmen hat rund 800 Gewerkschaftsmitglieder ausgesperrt, nachdem Verhandlungen über einen neuen Tarifvertrag gescheitert waren. Streitpunkte sind geplante Stellenstreichungen und Lohnkürzungen. Bislang läuft der Betrieb laut Konzernangaben durch den Einsatz von Managern und externen Dienstleistern ohne Produktionsausfälle weiter.
Wenn O’Neill morgen offiziell die Führung übernimmt, steht sie sofort unter genauer Beobachtung der Investoren. Die Märkte erwarten zeitnahe Entscheidungen zur künftigen Kapitalallokation und eine rasche Beilegung des Tarifkonflikts in Indiana. Da BP nun den vierten Vorstandschef innerhalb von sechs Jahren beruft, ist das Bedürfnis nach strategischer und personeller Kontinuität an der Konzernspitze enorm hoch.
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