Am Mittwoch übernimmt Meg O’Neill als erste Frau die Führung eines der größten Ölkonzerne der Welt. Anstatt einer ruhigen Einarbeitungszeit erwartet die neue BP-Chefin direkt an ihrem ersten Arbeitstag ein juristisches Ultimatum. Eine Gruppe einflussreicher Investoren droht mit einer Klage, sollte das Management eine umstrittene Klima-Resolution weiterhin von der Hauptversammlung ausschließen.
Juristischer Druck vor der Hauptversammlung
Die niederländische Aktionärsgruppe Follow This fordert gemeinsam mit 23 institutionellen Investoren, die 1,74 Billionen US-Dollar verwalten, Klarheit über die künftige Strategie. Das Management soll darlegen, wie der Unternehmenswert bei einer sinkenden Nachfrage nach Öl und Gas geschützt wird. BP weigert sich bislang, diesen Punkt auf die Agenda der Aktionärsversammlung am 23. April zu setzen. Das Unternehmen argumentiert nach rechtlicher Prüfung, der Antrag sei als direkte Anweisung an den Vorstand ungültig.
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Die Aktivisten haben nun die Londoner Kanzlei Mishcon de Reya eingeschaltet. Sie setzen dem Konzern eine Frist bis zum 1. April – andernfalls droht der Gang vor den High Court, was persönliche Geldstrafen für die Direktoren nach sich ziehen könnte. Brisanz erhält der Vorgang durch den direkten Konkurrenten Shell. Dieser hat einen ähnlichen Antrag für seine eigene Versammlung im Mai zugelassen, was bei institutionellen Anlegern für scharfe Kritik an der Haltung von BP sorgt.
Umbau unter neuer Führung
Für Meg O’Neill, die vom australischen Konzern Woodside an die BP-Spitze wechselt, ist dieser Konflikt nur eine von mehreren Baustellen. Der Ölmulti befindet sich mitten in einem umfassenden Konzernumbau. Erst am 19. März verkaufte BP seine Raffinerie in Gelsenkirchen samt dem dazugehörigen Deutschlandgeschäft an die Klesch Group.
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Dieser Schritt ist Teil eines massiven Sparprogramms. Bis 2027 will das Unternehmen seine strukturellen Kosten um 6,5 bis 7,5 Milliarden US-Dollar senken. Das entspricht etwa 30 Prozent der Ausgabenbasis des Jahres 2023. Von dem geplanten Veräußerungsprogramm in Höhe von 20 Milliarden US-Dollar hat BP bereits mehr als 11 Milliarden umgesetzt.
Die Entscheidung am 1. April wird nicht nur den Kurs der neuen Chefin prägen, sondern auch einen Präzedenzfall für die Aktionärsrechte im britischen Leitindex FTSE 100 schaffen. Unabhängig vom Ausgang des juristischen Streits steht der nächste fundamentale Termin für Investoren bereits fest: Am 28. April wird BP die Ergebnisse für das erste Quartal 2026 vorlegen.
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