Die Gläubiger der ursprünglich im Jahr 2026 fälligen Unternehmensanleihe der Branicks Group über 400 Millionen Euro haben der geplanten Neustrukturierung mit großer Mehrheit zugestimmt. Nach Unternehmensangaben votierten 99 Prozent der abgegebenen Stimmen für das Vorhaben. Im Handel am heutigen Dienstag legte die Aktie der Gesellschaft um 13 Prozent auf 0,4130 Euro zu.
Weitreichende Verschiebung der Fälligkeiten
Das nun gebilligte Konzept sieht eine umfassende Neuordnung der Verbindlichkeiten vor. Für Verbindlichkeiten in Höhe von insgesamt 375 Millionen Euro ist der 30. September 2030 als neues Fälligkeitsdatum vorgesehen. Für weitere 220 Millionen Euro verschiebt sich die Fälligkeit auf den 30. September 2038.
Mit dem Votum der Anleiheinhaber erreicht das Immobilienunternehmen eine zentrale Etappe auf dem Weg zur finanziellen Neuaufstellung. Branicks plant, das Sanierungskonzept bis Ende 2026, spätestens jedoch bis zum 31. März 2027 vollständig umzusetzen. Bereits im Vorfeld war die Laufzeit der 400-Millionen-Euro-Anleihe formal bis zum 31. Dezember 2026 verlängert worden, um das nun abgeschlossene Abstimmungsverfahren zu ermöglichen.
Sanierungskonzept trotzt vorangegangener Hürden
Dem Beschluss der Gläubiger waren intensive Verhandlungen vorausgegangen. Vor rund zwei Wochen hatten die Aktionäre auf einer außerordentlichen Hauptversammlung zwar drei von vier Verwaltungsvorschlägen gebilligt, die Zustimmung zu Beraterverträgen jedoch verweigert. Branicks hatte seinerzeit gewarnt, dass ohne eine Einigung mit wesentlichen Gläubigern der Fortbestand des Unternehmens unmittelbar gefährdet sei.
Mitte des Monats folgte schließlich die Verständigung mit den Schlüsselgläubigern. Das ursprünglich am 30. Juli 2026 vorgelegte Sanierungskonzept konnte damit trotz der Blockade auf der Hauptversammlung fortgeführt werden. In diesem Zuge erklärten auch Dr. Matthias Danne und Dr. Johannes Conradi die Annahme ihrer Wahl in das Kontrollgremium, nachdem sie diesen Schritt nach der Versammlung zunächst offengelassen hatten.
Weiter Weg zur Bilanzsanierung
Trotz des deutlichen Kurszuwachses am heutigen Handelstag spiegelt das Kursniveau die ernste Lage der vergangenen Monate wider. Seit Jahresbeginn summiert sich der Kursverlust auf 76 Prozent. Die Zustimmung der Anleihegläubiger verschafft der Gesellschaft zwar die notwendige zeitliche Entlastung, der Sanierungsplan bindet das Management jedoch bis mindestens Ende 2026 an einen strikten Zeitplan.
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