Hundert Milliarden Dollar KI-Chip-Umsatz bis 2027 — das ist die Messlatte, die Broadcom selbst gesetzt hat. Am 4. Juni legt der Halbleitergigant seine Zahlen für das zweite Quartal vor. Die Erwartungen sind hoch, der Wettbewerb zieht an.
Starke Zahlen, noch stärkere Erwartungen
Analysten rechnen für Q2 2026 mit einem Gewinn von 2,02 Dollar je Aktie — ein Plus von knapp 52 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Im ersten Quartal hatte Broadcom bereits geliefert: EPS von 2,05 Dollar, rund neun Prozent über den Schätzungen.
Der Umsatzausblick für Q2 liegt bei rund 22 Milliarden Dollar, was einem Wachstum von 47 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspräche. Das Halbleitergeschäft soll dabei 14,8 Milliarden Dollar beisteuern — davon entfallen 10,7 Milliarden auf KI-Chips, ein Wachstum von 140 Prozent. Für das Gesamtjahr erwarten Analysten einen EPS-Anstieg auf 9,95 Dollar, nach 5,63 Dollar im Fiskaljahr 2025.
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Das Unternehmen schüttete im ersten Quartal knapp 11 Milliarden Dollar an Aktionäre aus — über Dividenden und Rückkäufe. Der Vorstand hat ein weiteres milliardenschweres Rückkaufprogramm genehmigt.
Google diversifiziert — Broadcom bleibt gesetzt
Die interessanteste Entwicklung der vergangenen Wochen kommt nicht aus den Zahlen, sondern aus dem Wettbewerbsumfeld. Reuters berichtete am 20. April, Google führe Gespräche mit Marvell Technology über die Entwicklung zweier neuer KI-Chips — darunter eine Memory Processing Unit und einen neuen TPU für effiziente Modellausführung.
Das klingt nach einem Warnzeichen für Broadcom, ist es aber nur bedingt. Google baut offenbar eine Multi-Lieferanten-Architektur auf, in der Broadcom, MediaTek und möglicherweise Marvell jeweils unterschiedliche Teile des TPU-Programms übernehmen — ähnlich wie Automobilhersteller ihre Zulieferer aufteilen. Broadcom hält einen Liefervertrag mit Google, der bis 2031 läuft. Dazu kommen Kunden wie Meta, OpenAI und ByteDance, was dem Unternehmen eine ungewöhnlich hohe Auftragsvisibilität verschafft.
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Marktforscher Counterpoint Research schätzt, dass Broadcom 2027 rund 60 Prozent des Markts für maßgeschneiderte KI-Beschleuniger halten wird — Marvell käme auf etwa 25 Prozent.
Konsens bullish, Risiken bekannt
94 Prozent der Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf. Mehrere Häuser — darunter Morgan Stanley, JPMorgan und Bernstein — haben ihre Kursziele angehoben und verweisen auf die starke Nachfrage nach KI-Chips und Netzwerktechnik. HSBC, Citi und BofA haben ihre Ziele hingegen zuletzt gesenkt, meist mit Verweis auf gesunkene Sektorbewertungen und die Frage, welches Bewertungsmultiple für Broadcom angemessen ist.
Der Bärenfall bleibt die Kundenkonzentration: Sechs Hyperscaler treiben das Auftragsvolumen. Hält deren Investitionsbereitschaft in KI-Infrastruktur an, dürfte Broadcom am 4. Juni erneut liefern. Schwächeln die Capex-Signale, wird das hohe Bewertungsniveau zur Belastung.
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