Broadcom meldet ein Umsatzplus nach dem anderen. Die KI-Sparte wächst rasant. Parallel dazu stürzt der Aktienkurs brutal ab. In den vergangenen 30 Tagen verlor das Papier knapp 22 Prozent. Die Ursache für diesen Absturz findet sich direkt im eigenen Management.
Top-Manager machen Kasse
Führende Köpfe des Konzerns trennen sich im großen Stil von ihren Anteilen. Chairman Henry Samueli verkaufte innerhalb von drei Monaten Aktien für über 651 Millionen Dollar. CEO Hock Tan liquidierte kürzlich Papiere im Wert von rund 101 Millionen Dollar.
Auch der Chefjurist Mark Brazeal reduzierte seinen Bestand. Er stieß Ende Juni ein Paket für knapp zehn Millionen Dollar ab. Damit summieren sich seine Verkäufe im laufenden Jahr auf über 23 Millionen Dollar.
Kein Wunder. Anleger reagieren auf derart massive Insider-Verkäufe äußerst nervös. Trotz dieser Transaktionen halten institutionelle Investoren weiterhin etwa 76 Prozent der Anteile.
Der Meta-Schock trifft die Branche
Hinzu kommt rauer Gegenwind aus dem gesamten Sektor. Investoren nehmen nach der jüngsten Chip-Rally massiv Gewinne mit. Auslöser war eine unerwartete Ankündigung von Meta Platforms. Der Tech-Riese will überschüssige KI-Rechenleistung künftig an Dritte vermieten.
Das weckt böse Vorahnungen. Der Markt fürchtet plötzlich ein massives Überangebot an KI-Hardware. Der breite Halbleiter-Index brach an einem einzigen Tag um über sechs Prozent ein. Broadcom konnte sich diesem Abwärtssog nicht entziehen und beendete den Mittwochshandel bei 324,75 Euro.
Rekorde treffen auf hohe Bewertung
Operativ jagt der Chipriese derweil von einem Rekord zum nächsten. Der jüngste Quartalsumsatz kletterte um 48 Prozent auf über 22 Milliarden Dollar. Haupttreiber war das KI-Segment mit einem starken dreistelligen Wachstum.
Auch die Partnerschaften bauen die Kalifornier weiter aus. Broadcom entwickelt Berichten zufolge mit OpenAI einen neuen KI-Beschleuniger. Zeitgleich existiert ein langfristiger Vertrag mit Google. Das Volumen dieses Deals übersteigt 500 Milliarden Dollar bis zum Jahr 2031.
Analysten zeigen sich angesichts dieser Auftragsbücher optimistisch. 44 von 48 Experten empfehlen die Aktie weiterhin zum Kauf. Allerdings sehen einige Marktbeobachter die aktuelle Bewertung zunehmend kritisch. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt mittlerweile bei über 60.
Charttechnisch bleibt die Lage angespannt. Das Papier notiert spürbar unter der 50-Tage-Linie von rund 354 Euro. Der Abstand zum Rekordhoch aus dem Juni wuchs auf über 24 Prozent an. Ein kleiner Lichtblick: Der Relative-Stärke-Index nähert sich langsam dem überverkauften Bereich. Ein tragfähiger Boden hat sich bisher aber noch nicht gebildet.
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