Broadcom meldet Rekordzahlen und präsentiert einen neuen KI-Chip mit OpenAI. Dennoch schicken Anleger die Aktie auf Talfahrt. Allein auf Wochensicht verlor das Papier über zehn Prozent. Die Diskrepanz zwischen operativer Stärke und fallenden Kursen ist auffällig.
Neuer Chip für OpenAI
Dabei liefert das operative Geschäft gute Argumente. Ein zentraler Baustein ist das Projekt Jalapeño. Broadcom entwickelte diesen maßgeschneiderten KI-Prozessor gemeinsam mit OpenAI. Der Chip zielt auf große Sprachmodelle ab. Er soll ab Ende 2026 in riesigen Rechenzentren laufen. Im Jahr 2027 soll der Umsatz mit KI-Halbleitern die Marke von 100 Milliarden US-Dollar knacken.
Operativ läuft es rund. Im abgelaufenen Quartal kletterte der Umsatz auf 22,2 Milliarden US-Dollar. Das Segment für KI-Halbleiter trug dazu 10,8 Milliarden US-Dollar bei. Ein massiver Sprung im Jahresvergleich.
Für das dritte Quartal peilt der Konzern Gesamterlöse von rund 29,4 Milliarden US-Dollar an. Das Management bestätigte diese Prognose lediglich. Eine Anhebung blieb aus. Genau das enttäuschte den Markt und drückte den Aktienkurs.
Konkurrenz bei Google wächst
Ein weiteres Risiko braut sich bei einem Großkunden zusammen. Broadcom dominiert aktuell die Produktion von Googles maßgeschneiderten KI-Chips. Analysten erwarten hier baldige Marktanteilsverluste. Der Anteil von derzeit 95 Prozent dürfte bis 2028 auf 65 Prozent sinken. Google diversifiziert seine Lieferketten. Andere Konkurrenten drängen in den Markt.
An der Börse spiegelt sich die Skepsis wider. Die Aktie beendete die Handelswoche bei 321,05 Euro. Das entspricht einem Wochenverlust von knapp elf Prozent. Branchenexperten bleiben unbeeindruckt. Ihre Kursziele bewegen sich in einer Spanne bis zu 507 US-Dollar. Die Mehrheit rät weiterhin zum Kauf der Papiere.
Broadcom nutzt die aktuelle Phase für finanzielle Hausaufgaben. Der Konzern kaufte kürzlich eigene Schuldtitel für drei Milliarden US-Dollar zurück. Am 3. September 2026 präsentiert das Management die Zahlen für das dritte Quartal. Dann zeigt sich, ob das KI-Wachstum die drohenden Marktanteilsverluste ausgleicht.
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