Broadcom hat seit Anfang Juni deutlich an Boden verloren. Der Aktienkurs rutschte zweistellig vom damaligen Rekordhoch ab. Die Wall Street stört das wenig. Analysten sehen in dem Halbleitergiganten derzeit einen klaren Favoriten. Der Grund ist das rasant wachsende Geschäft mit maßgeschneiderten KI-Chips.
Aktuell pendelt das Papier um 326 Euro und notiert damit fast ein Viertel unter seinem Jahreshoch. Die langfristige Aufwärtstrendlinie hält jedoch stand. Der Kurs liegt weiterhin komfortabel über seinem 200-Tage-Durchschnitt.
Kundenbasis verdoppelt
Broadcom profitiert extrem von seinem Fokus auf anwendungsspezifische Schaltkreise. Das Unternehmen baut spezielle KI-Beschleuniger für Großkunden. Zuletzt verdoppelte sich die Zahl dieser Partner auf sechs. Darunter befinden sich Tech-Schwergewichte wie Google, Meta und ByteDance. Branchenkenner erwarten eine massive Marktdominanz. Bis 2027 könnte Broadcom 60 Prozent dieses Spezialmarktes kontrollieren.
Die nackten Zahlen untermauern diesen Trend. Der Umsatz mit KI-Halbleitern kletterte im Jahresvergleich um 143 Prozent. Für das anstehende dritte Quartal peilt das Management Erlöse von gut 29 Milliarden US-Dollar an. Das entspricht einem Plus von 84 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Günstiger als die Konkurrenz
Das starke Wachstum zieht große Investoren an. BlackRock zählt das Papier zu den wichtigsten KI-Werten weltweit. Auch Legenden wie Stanley Druckenmiller bauten kürzlich Positionen auf. Kein Wunder. Eine deutliche Mehrheit von 24 Analysten rät zum Kauf. Das durchschnittliche Kursziel von 517 US-Dollar signalisiert ein massives Kurspotenzial.
Gegenüber der Konkurrenz ist die Aktie moderat bewertet. Anleger zahlen für Broadcom aktuell das 22- bis 30-Fache der erwarteten Gewinne. Andere KI-Infrastruktur-Titel wie Marvell weisen deutlich höhere Multiplikatoren auf. Ein breites Produktportfolio jenseits der Rechenzentren federt branchenspezifische Risiken ab.
Der lukrative Google-Vertrag für maßgeschneiderte Prozessoren läuft noch bis 2031. Das sichert Broadcom langfristig verlässliche Einnahmen. Liefert das Unternehmen im anstehenden Quartalsbericht die anvisierten Wachstumszahlen, dürfte der Weg zurück zum Rekordhoch frei sein.
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