Broadcom bleibt im Fokus der Anleger, auch wenn die Kernnachricht der jüngsten Quartalszahlen inzwischen einige Tage zurückliegt. BMO Capital Markets hob am Donnerstag sein Kursziel für Broadcom von 455 auf 575 Dollar an und bestätigte die Einstufung „Outperform“.

Die Anhebung folgte auf die Vorlage der Ergebnisse für das dritte Geschäftsquartal, die trotz einer enttäuschenden Umsatzprognose für das laufende Quartal viel Zustimmung bei Analysten fanden.

Enttäuschte Prognose, ungebrochenes Vertrauen

Die Kursreaktion auf die Zahlen vom vergangenen Mittwoch fiel gemischt aus: Die Umsatzprognose von rund 34,8 Milliarden Dollar für das vierte Geschäftsquartal blieb hinter den Erwartungen zurück, seither hat die Aktie um 2,7 Prozent nachgegeben.

Dass BMO trotz dieser kurzfristigen Enttäuschung sein Kursziel deutlich anhob, zeigt: Für die Analysten zählt vor allem die langfristige Wachstumsstory rund um Künstliche Intelligenz. Broadcom hatte im dritten Quartal einen Umsatz von 29,6 Milliarden Dollar gemeldet, ein Plus von 86 Prozent gegenüber dem Vorjahr, getrieben von der Nachfrage nach KI-Chips.

Das Unternehmen hob zudem seine Prognose für den KI-Halbleiterumsatz im laufenden Geschäftsjahr auf 58 Milliarden Dollar an und stellte für die kommenden Jahre noch deutlich höhere Zahlen in Aussicht: Rund 115 Milliarden Dollar sollen es im Geschäftsjahr 2027 werden, etwa 230 Milliarden Dollar im Geschäftsjahr 2028. Als Treiber nannte Broadcom bei der Ergebnisvorlage die wachsende Geschäftsbeziehung zu OpenAI und Anthropic, für die das Unternehmen kundenspezifische KI-Chips entwickelt.

Was das für Anleger bedeutet

Die Kursbewegung der vergangenen Wochen spiegelt die Skepsis gegenüber der kurzfristigen Guidance wider. Broadcom notiert am Freitag bei 308,50 Euro, nach einem Rückgang von 15 Prozent auf Monatssicht.

Der Titel liegt damit rund 28 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 429,60 Euro, das er Anfang Juni erreicht hatte. Zugleich bleibt der Abstand zum 52-Wochen-Tief von 250,55 Euro mit 23 Prozent spürbar.

Für BMO überwiegt dennoch die langfristige Perspektive. Ein Kursziel von 575 Dollar bei gleichzeitig gedämpfter kurzfristiger Prognose signalisiert, dass die Analysten die aktuelle Schwäche als vorübergehend einordnen.

Entscheidend wird sein, ob Broadcom die selbst gesteckten Wachstumsziele für die kommenden Geschäftsjahre auch tatsächlich erreicht – schließlich hängt ein erheblicher Teil der Bewertung inzwischen an der Erwartung, dass sich der KI-Chip-Umsatz binnen zweier Jahre mehr als vervierfacht.

Der Quartalsbericht brachte auch eine reguläre Ausschüttung: Broadcom zahlt am 30. September eine Quartalsdividende von 0,65 Dollar je Aktie an Aktionäre, die am 21. September im Bestand geführt sind.