Heute nach US-Börsenschluss öffnet Broadcom die Bücher zum dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 — und Cathie Woods ARK Invest hat sich schon in Stellung gebracht. Vor einer Woche stockte die Fondsgesellschaft ihre Broadcom-Position in gleich drei Fonds auf, während sie bei AMD weiter abbaute. Ein Timing, das aufhorchen lässt.
Der größte Zukauf erfolgte im Fonds ARKK mit rund 36.500 Aktien, was etwa 0,19 Prozent des Fondsvermögens entspricht. Parallel wanderten auch Cerebras und Cloudflare in mehrere ARK-Portfolios. Bei AMD lief die Bewegung in die Gegenrichtung: Die Position wurde in vier Fonds gekürzt, am deutlichsten in ARKQ mit rund 7.900 verkauften Aktien — die Fortsetzung eines bereits monatelangen Trends.
Die Messlatte liegt hoch
Der Analystenkonsens erwartet für das abgelaufene Quartal einen Umsatz von rund 29,2 Milliarden US-Dollar, nach 15,95 Milliarden US-Dollar im Vorjahresquartal. Beim Gewinn je Aktie rechnen Analysten mit etwa 3,21 US-Dollar gegenüber 0,85 US-Dollar vor einem Jahr. Die Aktie notierte zuletzt bei rund 369 US-Dollar, mit einer Marktkapitalisierung von 1,76 Billionen US-Dollar.
Entscheidend dürfte weniger die reine Kennzahl sein als der Ausblick. Nach dem letzten Quartalsbericht fiel die Aktie trotz übertroffener Erwartungen um gut 13 Prozent — ein Beleg dafür, dass der Markt bei Broadcom vor allem die Zukunftsaussagen bewertet, nicht die abgelaufenen drei Monate. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet der Konsens mit Erlösen von 105,8 Milliarden US-Dollar, für 2027 bereits mit 173,18 Milliarden US-Dollar.
Worauf Analysten heute Abend schauen
Vier Punkte dürften die Kursreaktion bestimmen:
- Dynamik der KI-Chip-Nachfrage, insbesondere bei Custom-Silicon-Aufträgen von Hyperscalern
- Umsatzausblick oberhalb der Konsensschätzung von 29,2 Milliarden US-Dollar
- Stabilität der Bruttomarge, die von 73,9 Prozent im Geschäftsjahr 2021 auf 77,3 Prozent im Geschäftsjahr 2025 gestiegen ist
- Kommentare zu Kundenkonzentration und Fertigungskapazitäten für 2027
Broadcom ist damit einer von mehreren Tech-Werten, die an diesem Mittwoch Zahlen vorlegen — auch Hewlett Packard Enterprise und Snowflake berichten. Für den Chipsektor insgesamt gilt Broadcom als eine Art Gradmesser: Ein angehobener Ausblick würde die These vom fortgesetzten KI-Investitionszyklus stützen, vorsichtige Kommentare zu Lieferzeiten oder Margen könnten dagegen auf breiterer Front auf die Stimmung drücken. Die Reaktion nach Handelsschluss wird zeigen, ob ARKs Zukäufe der vergangenen Woche sich als richtig timende Wette erweisen.
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