Broadcom hat seine Jahreshauptversammlung 2026 ohne große Überraschungen abgehalten — bis auf eine. Beim Vergütungsvotum für das Management zeigte sich ein ungewöhnlich starker Widerstand, der für ein Unternehmen mit dieser Kursentwicklung aufhorchen lässt.
Klare Mehrheiten, ein Ausreißer
Alle acht Direktoren wurden wiedergewählt, PricewaterhouseCoopers als Wirtschaftsprüfer mit überwältigender Mehrheit bestätigt. Beim Direktorenposten stach Harry L. You heraus: Rund 950 Millionen Stimmen wurden gegen seine Wiederwahl abgegeben — deutlich mehr als bei allen anderen Kandidaten.
Das Vergütungsvotum fiel formell positiv aus, war aber alles andere als eindeutig. Rund 2,4 Milliarden Aktien stimmten für das Vergütungspaket, etwa 1,2 Milliarden dagegen. Das entspricht ungefähr einem Drittel der abstimmenden Aktionäre, die das Gehaltsmodell ablehnen.
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Hock Tans Vergütung im Visier
Im Zentrum der Kritik steht CEO Hock Tan. Laut Proxy-Unterlagen sind mehr als 90 Prozent seiner Vergütung variabel und aktienbasiert — darunter mehrjährige Performance-Aktieneinheiten, die seine Führungsrolle bis ins Geschäftsjahr 2030 verlängern sollen. Das Modell ist explizit auf langfristige Leistungsanreize ausgelegt, stößt bei einem substanziellen Aktionärsblock dennoch auf Ablehnung.
Ob das an der schieren Höhe der Pakete liegt oder an strukturellen Bedenken, lässt sich aus dem Votum allein nicht ablesen.
Zahlen, die das Modell rechtfertigen sollen
Die operative Kulisse liefert dem Management Argumente. Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres erzielte Broadcom einen KI-Umsatz von 8,4 Milliarden Dollar — ein Plus von 106 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das bereinigte EBITDA lag bei 68 Prozent des Umsatzes, der freie Cashflow bei 41 Prozent.
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Für das zweite Quartal peilt das Unternehmen einen Umsatz von 22 Milliarden Dollar an, was einem Jahresanstieg von 47 Prozent entspräche. Der KI-Halbleiterumsatz soll dabei auf 10,7 Milliarden Dollar klettern. Langfristig hat Broadcom angekündigt, im Geschäftsjahr 2027 Custom-AI-Chips im Wert von 100 Milliarden Dollar an Kunden liefern zu wollen.
Die Aktie spiegelt diese Dynamik wider: Mit einem Plus von über 128 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten gehört Broadcom zu den stärksten Titeln im Halbleitersektor. Der Kurs notiert aktuell knapp vier Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch.
Den nächsten konkreten Prüfstein liefern die Quartalszahlen für das zweite Geschäftsquartal — sie erscheinen am 3. Juni 2026.
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