Die Stadtwerke Oberhausen GmbH, kurz STOAG, treibt den Wandel zur emissionsfreien Mobilität im Ruhrgebiet kräftig voran. Doch der jüngste Kauf von 16 neuen Elektrobussen sorgt für heftige Diskussionen. Die Kritik entzündet sich nicht an der Technik, sondern an dem Logo auf der Front: Der Zuschlag ging an den chinesischen Giganten BYD (Build Your Dreams). Dass der Nahverkehrsbetrieb bei einem Staatskonzern aus Fernost einkauft, statt traditionsreiche heimische Marken wie Mercedes oder MAN zu unterstützen, stößt vielen Bürgern sauer auf.

Warum der weltweite Vorreiter die Nase vorn hat

Hinter dem Erfolg von BYD steckt eine knallharte wirtschaftliche Realität. Das Unternehmen ist kein kleiner Herausforderer, sondern der global größte Produzent von E-Fahrzeugen. Da BYD seine Batterien komplett selbst entwickelt und die gesamte Lieferkette kontrolliert, hat der Konzern enorme Kostenvorteile. Bei der europaweiten, streng reglementierten Ausschreibung der STOAG konnte BYD ein Gesamtpaket aus Wirtschaftlichkeit, technischer Reife und schneller Lieferfähigkeit vorlegen, gegen das die europäische Konkurrenz das Nachsehen hatte. I

Ein globaler Player mit Fabrik in Europa

Das Argument, deutsche Steuergelder würden komplett nach Asien abfließen, stimmt so allerdings nicht ganz. BYD setzt für den europäischen Markt auf eine clevere Lokalisierungsstrategie. Die Busse für Oberhausen wurden nicht in Shenzhen gebaut, sondern liefen im ungarischen Werk in Komárom vom Band. Dort hat BYD bereits die Marke von über tausend produzierten E-Bussen geknackt. Ein spürbarer Teil der Wertschöpfung und die Arbeitsplätze für die Endmontage verbleiben somit innerhalb der Europäischen Union.

Die neue Flotte im Alltag

Für die Fahrgäste in Oberhausen bringen die BYD-Modelle vor allem ein leises und umweltfreundliches Fahrerlebnis. Mit den neuen Fahrzeugen ist inzwischen etwa jeder dritte Bus der STOAG elektrisch unterwegs. Das Verkehrsunternehmen setzt bei seiner Flotte von nun 35 Stromern übrigens nicht nur auf die Chinesen. Für die stark frequentierten Linien kommen bald zusätzlich elektrische Gelenkbusse des niederländischen Herstellers VDL zum Einsatz.