BYD bekommt die schwächere Entwicklung im chinesischen Heimatmarkt zunehmend zu spüren, kann gleichzeitig aber mit einem kräftigen Exportgeschäft gegenhalten. Im Juli erreichte der Konzern einen neuen Ausfuhrrekord und verkaufte insgesamt 419.211 New-Energy-Fahrzeuge. Das entspricht einem Plus von 21,76 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung außerhalb Chinas: Die Exporte sprangen um 124,3 % auf 179.841 Fahrzeuge und machten damit rund 43 % des gesamten Monatsabsatzes aus. Ein gutes Ergebnis, das aktuell am Aktienmarkt folgenlos bleibt. 0,15 Euro verlor die BYD am Dienstag. Sie kam auf nur noch 9,96 und hatte dabei -1,4 % verloren. Schade, aus Sicht von Chartanalysten jedenfalls. Der Export aber könnte der BYD noch helfen.
BYD: Am 29. August kommen dann die Zahlen
Damit gewinnt das internationale Geschäft für BYD immer stärker an Bedeutung. Von Januar bis Juli wurden allerdings noch knapp 2,23 Millionen Fahrzeuge ausgeliefert, womit der Konzern 10,54 % unter dem Vorjahreszeitraum liegt. Immerhin hat sich der Rückgang deutlich abgeschwächt: Nach dem ersten Halbjahr hatte das Minus noch 15,72 % betragen. Der starke Juli zeigt somit eine spürbare Verbesserung, reicht aber noch nicht aus, um die bisherige Jahresentwicklung vollständig zu drehen.
Das größere Problem liegt derzeit bei der Profitabilität. Während die Verkaufszahlen wieder anziehen, verschärft sich der Preiskampf auf dem chinesischen Automarkt. Die Deutsche Bank erwartet für die zweite Jahreshälfte zusätzlichen Margendruck durch aggressive Rabatte sowie höhere Kosten für Lithium-Batterien und Halbleiterspeicher. Besonders BYD und Geely könnten davon betroffen sein. Bereits im ersten Quartal 2026 war der Nettogewinn von BYD um 55 % zurückgegangen.
Auch bei einzelnen Modellen wird der zunehmende Wettbewerb sichtbar. Im Juli erreichte der Yuan Up mit 20.275 Verkäufen nur Rang sechs, während der Sealion 06 mit 15.395 Einheiten Platz neun belegte. Modelle von Geely, Leapmotor, Tesla und Xiaomi lagen teilweise vor den BYD-Fahrzeugen. Der Konzern muss daher nicht nur mehr Autos verkaufen, sondern gleichzeitig verhindern, dass die notwendigen Preisnachlässe die Gewinne auffressen.
Für zusätzliche Wachstumsmöglichkeiten soll die internationale Expansion sorgen. In Südkorea startet BYD mit dem Sea Lion 6 DM-i, während in Japan der Kleinwagen Racco eingeführt wurde. Auch neue Modelle wie der Denza Z9S und die kommende Erweiterung der Han-Baureihe sollen die Produktpalette stärken. Darüber hinaus arbeitet BYD inzwischen an einem humanoiden Roboter und erschließt damit ein weiteres Geschäftsfeld außerhalb des klassischen Automobilmarktes.
Die Anleger bleiben dennoch vorsichtig. Bei 9,95 Euro liegt die Aktie am Dienstag 2,26 % im Minus und damit weiterhin deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von 13,23 Euro. Entscheidend wird nun der für Ende August erwartete Quartalsbericht. Dann muss BYD zeigen, ob der Exportboom inzwischen stark genug ist, um den Margendruck im chinesischen Heimatmarkt auszugleichen.
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