Die anstehenden Halbjahreszahlen von BYD rücken heute in den Fokus. Sie dürften zeigen, wie gut der chinesische Elektroautobauer die gegensätzlichen Entwicklungen seiner wichtigsten Absatzregionen inzwischen ausbalancieren kann. Während der Heimatmarkt zunehmend unter dem Preiskampf leidet, gewinnt das internationale Geschäft spürbar an Dynamik. In den ersten sieben Monaten sanken die Inlandsverkäufe laut Reuters um 35 %, während die Auslandsverkäufe um 79 % zulegten.

Diese Gemengelage findet bislang keinen eindeutigen Niederschlag an der Börse. Mit 9,968 Euro und einem Tagesminus von 1,09 % war die BYD-Aktie am Donnerstag unter Druck. Am Freitagmorgen hat sich daran kaum etwas geändert.

Hohe Erwartungen für den heutigen Tag

Dabei sind die Erwartungen an das Zahlenwerk durchaus anspruchsvoll: Für das zweite Quartal kalkulieren Analysten im Schnitt mit 1,08 HKD beziehungsweise 0,93 CNY Gewinn je Aktie. Im Vorjahreszeitraum waren es 0,73 HKD.

Auf der Umsatzseite fällt die Prognose dagegen zurückhaltender aus. Erwartet werden rund 191,01 Mrd. HKD, nachdem im vergleichbaren Quartal 216,79 Mrd. HKD erzielt wurden. Damit dürfte insbesondere die Frage interessieren, wie stark der schwache chinesische Absatz auf das Ergebnis durchschlägt und welchen Ausgleich die internationalen Märkte bereits schaffen.

BYD arbeitet gleichzeitig mit Hochdruck an neuen Verkaufsimpulsen. Auf der Chengdu Auto Show präsentierte der Konzern mehrere neue Fahrzeuge und deckt mit dem Qin Max bis hin zu Modellen von Fang Cheng Bao und Yangwang inzwischen eine enorme Preisspanne ab. Der neue Tang SUV soll im vierten Quartal starten und bis zu 850 Kilometer nach CLTC schaffen. Die neue Han-Limousine soll je nach Variante sogar bis zu 1.008 Kilometer erreichen. Das dominiert auch die Schlagzeilen in Deutschland bereits.

Analysten erwarten indes nicht nur, dass hier die Schlagzeilen dominiert werden. Sie rechnen auch weiterhin mit sehr hohen Kurszielen. Heute wäre ein guter Starttag.