BYD wächst weltweit, bricht Exportrekorde und hat Tesla laut einer Nikkei-Erhebung inzwischen bei den globalen Elektroauto-Verkäufen überholt. An der Börse ist von dieser Entwicklung allerdings bislang nur wenig Euphorie zu spüren. Am Montag ging es zwar formal um 2 % aufwärts, am Dienstag jedoch verlor der Titel wieder -0,25 % und kommt auf 9,90 Euro. Die Notierungen stecken noch immer unter der 10-Euro-Marke fest. Das bemängeln Charttechniker durchaus. Analysten lassen sich insgesamt wenig beeindrucken. Deren Kursziele liegen noch immer bei rund 14 Euro und sind also sehr viel höher.
BYD: Das ist eine Chance
Dieser Abstand macht die aktuelle Situation interessant. BYD erreichte 2025 laut der Erhebung einen globalen Marktanteil von 14,5 % bei Elektroautos, während Tesla auf 11,3 % kam. Im Juli setzte der Konzern weltweit 419.211 batterieelektrische und Plug-in-Hybridfahrzeuge ab. Besonders dynamisch entwickelte sich das Geschäft außerhalb Chinas: 179.841 exportierte Pkw und Pick-ups bedeuteten einen neuen Rekord und einen Sprung von 124,3 % gegenüber dem Vorjahresmonat.
BYD versucht, diese Dynamik mit einer breiten internationalen Offensive weiter auszubauen. In Japan startete Ende Juli der speziell auf den dort wichtigen K-Car-Markt zugeschnittene Racco und sammelte innerhalb von zwei Wochen bereits mehr als 1.000 Bestellungen ein. In Südkorea setzt der Konzern unter anderem auf Flottengeschäfte, während neue Modelle wie der Denza N8 zusätzliche Märkte und Segmente erschließen sollen.
Warum bleibt die Aktie dennoch so deutlich unter ihren Möglichkeiten? Der entscheidende Belastungsfaktor ist der Heimatmarkt. In China herrscht ein intensiver Preiskampf, der die Margen unter Druck setzt. Gleichzeitig schwächte sich die Dynamik bei einzelnen Modellen ab. So fiel der Absatz des Han L im April auf unter 1.000 Fahrzeuge und lag damit rund 70 % unter dem Vorjahreswert.
Hinzu kommt ein ambitioniertes Jahresziel. Nach 1,81 Millionen verkauften Fahrzeugen im ersten Halbjahr will BYD 2026 insgesamt zwischen 5 und 5,5 Millionen Fahrzeuge ausliefern. Allein für die untere Grenze wären im restlichen Jahresverlauf durchschnittlich rund 530.000 Fahrzeuge pro Monat erforderlich. Dies ist deutlich mehr als die im Juli erreichten 419.211 Einheiten.
Damit rücken die Quartalszahlen am 29. August in den Mittelpunkt. Hier wird sich zeigen, wie weit die Schätzungen der Analysten schon helfen können.
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