BYD gehört derzeit nicht zu den Lieblingen der Börse. Die Aktie bewegt sich Ende Mai im Bereich von rund 10 Euro und hat in den vergangenen Monaten deutlich an Wert verloren. Auf Sicht von drei Monaten beläuft sich das Minus auf mehr als 27 %. Damit zählt der chinesische Elektroautobauer aktuell zu den schwächeren großen Automobilwerten.
Der Auslöser liegt vor allem in den jüngsten Absatzzahlen. Im April verkaufte BYD rund 182.000 Fahrzeuge und damit 32,3 % weniger als im Vorjahresmonat. Besonders bemerkenswert ist diese Entwicklung, weil der Konzern in den vergangenen Jahren nahezu durchgehend steigende Verkaufszahlen gemeldet hatte. Gleichzeitig verlor BYD innerhalb eines Monats rund 4,5 Prozentpunkte Marktanteil.
Der Markt insgesamt ist schwach. Das ist aber kein Grund!
Der Rückgang ist allerdings nicht allein auf das Unternehmen zurückzuführen. Der chinesische Pkw-Markt verzeichnete im gleichen Zeitraum einen Absatzrückgang von mehr als 21 %. Besonders schwach entwickelte sich das Segment der Plug-in-Hybride mit einem Minus von 24 %. Gerade dieses Marktsegment spielt für BYD traditionell eine wichtige Rolle.
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Für Investoren noch interessanter ist eine weitere Zahl. Bereits im März blieb BYD mit 300.222 verkauften New Energy Vehicles unter den eigenen Erwartungen. Das Unternehmen hatte zuvor eine Spanne zwischen 320.000 und 350.000 Fahrzeugen als Zielgröße kommuniziert. Die tatsächliche Nachfrage entwickelte sich damit schwächer als geplant.
Zusätzlich investiert der Konzern weiterhin massiv in Technologie. Der neue Xuanji A3 Chip basiert auf einer 4 Nanometer Architektur und erreicht im Verbund eine Rechenleistung von mehr als 2.100 TOPS. Mehr als 7.000 Mitarbeiter arbeiten inzwischen im Halbleiterbereich. Die Investitionen in diesen Bereich summieren sich auf über 100 Milliarden Yuan.
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Hinzu kommt der Ausbau der Ladeinfrastruktur. Mit dem System Megawatt Flash Charge 2.0 soll ein Akku innerhalb von rund neun Minuten von 10 % auf 97 % geladen werden. Bis Ende 2026 sollen dazu 20.000 Ladestationen aufgebaut werden.
Für Anleger treffen damit derzeit zwei Entwicklungen aufeinander. Die Absatzzahlen und die Kursentwicklung haben sich zuletzt eingetrübt. Gleichzeitig investiert BYD unverändert Milliardenbeträge in Technologie, Chips und Ladeinfrastruktur. Die kommenden Quartale dürften zeigen, ob diese Investitionen ausreichen, um das Wachstum wieder zu beschleunigen. Analysten glauben daran. Unfassbare mehr als 30 % sollen möglich sein!
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