BYD musste nach einem starken Freitag nun am Montag wieder Federn lassen. Mit rund 9,30 Euro bleibt die Aktie in Wartestellung, hat aber gut 2 % abgegeben. Am Freitag noch waren die Chinesen um annähernd 3 % geklettert. Sie sind unverändert im Abwärtstrend, kämpfen aber um den Anschluss nach oben. 10 Euro sind das erste Kursziel für die Chinesen.

Vereinzelt jedoch sorgen Nachrichten durchaus für Verwunderung: Für BYD entwickelt sich ausgerechnet in einem wichtigen Wachstumsmarkt ein unerwartetes Problem. In Australien erhielten mehr als 1.200 Käufer statt des bestellten Modelljahres 2026 Fahrzeuge aus dem Jahr 2025. Auch wenn sich die beiden Versionen technisch nahezu nicht unterscheiden, löste die Verwechslung erhebliche Kritik aus. Viele Kunden sorgen sich vor allem um den späteren Wiederverkaufswert, da ein älteres Baujahr den Preis auf dem Gebrauchtwagenmarkt häufig spürbar drückt.

BYD muss zahlen, vor allem mit dem Image

Entsprechend geriet der chinesische Autobauer schnell unter Druck. Die zunächst angebotene Entschädigung von 1.100 Australischen Dollar, umgerechnet rund 670 Euro, überzeugte viele Betroffene nicht. Verbraucherschützer schalteten sich ein und einzelne Kunden erhoben sogar Betrugsvorwürfe. Für BYD drohte der Vorfall damit zu einem spürbaren Imageschaden zu werden.

Das Unternehmen reagierte schließlich mit einer deutlich weitreichenderen Lösung. PR-Direktor Paul Ellis sprach von einem reinen Verwaltungsfehler und wies den Vorwurf einer absichtlichen Täuschung zurück. Nach Angaben des Konzerns unterscheiden sich die Modelle der Jahrgänge 2025 und 2026 weder bei Technik noch bei Leistung oder Garantie. Um das Vertrauen der Kunden zurückzugewinnen, bietet BYD inzwischen allen Betroffenen eine vollständige Rückerstattung des Kaufpreises an. Alternativ können sie sich für ein anderes Fahrzeug aus dem Modellprogramm entscheiden.

Unabhängig davon aber setzt der Konzern seine internationale Expansion fort. Beim Goodwood Festival präsentiert BYD gemeinsam mit DENZA und YANGWANG zahlreiche Fahrzeuge für den europäischen Markt. Besonders im Mittelpunkt steht der neue Elektro-Supersportwagen DENZA Z mit bis zu 1.605 PS und einer Beschleunigung von bis zu 1,96 Sekunden auf 100 km/h. Die Euphorie setzt sich bis zu den Analysten fort. Die sehen noch immer einen Kurs von rund 14 Euro als Ziel an.