Der Ausbau des Europageschäfts entwickelt sich zunehmend zur wichtigsten Unternehmensnachricht bei BYD. Nach aktuellen Berichten steht der chinesische Automobilhersteller kurz vor einer Entscheidung über einen zweiten Produktionsstandort in Europa. Gleichzeitig reagierte die Aktie positiv auf die Perspektiven und notierte in München zuletzt bei 8,94 Euro, was einem Tagesplus von bis dato rund 3,3 % entspricht.

Eine zweite europäische Fabrik würde die Lieferwege verkürzen und die Produktion näher an die Absatzmärkte bringen. Damit könnte BYD seine Position auf dem europäischen Automarkt weiter stärken. Gleichzeitig wird über Chinas Strategie berichtet, die europäische Automobilindustrie zunehmend unter Wettbewerbsdruck zu setzen. Der Ausbau eigener Produktionskapazitäten würde diese Entwicklung zusätzlich beschleunigen.

BYD ist auf dem Vormarsch

Die operative Entwicklung liefert dafür Rückenwind. Im Juni stiegen die Pkw-Neuzulassungen in Italien um 10,6 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Gleichzeitig meldete BYD höhere Produktions- und Absatzzahlen. Insgesamt wurden im Juni 403.472 Fahrzeuge verkauft. Das entspricht einem Plus von 5,46 % gegenüber dem Vorjahr und einem Zuwachs von 5,22 % gegenüber Mai. Die internationalen Aktivitäten gewinnen damit weiter an Bedeutung.

Trotz der kräftigen Erholung bleibt der langfristige Kursverlauf noch verhalten. Im Monatsvergleich liegt die Aktie weiterhin 16,14 % im Minus, seit Jahresbeginn beträgt der Rückgang 17,46 %.

Analysten trauen BYD dennoch weiteres Potenzial zu: Das mittlere Kursziel ist aktuell noch rund 71 5 entfernt. Die BYD könnte vor einer sehr überraschenden starken Wende nach oben stehen. 10 Euro sind hier sicherlich eine wichtige Kursgrenze, die gleichfalls noch zu erobern ist. Dies würde vor allem die charttechnischen Analysten und Investoren ansprechen, die größere Chancen darüber vermuten. Die sind der Ansicht, es könnte fast schon dramatisch aufwärts gehen.