BYD bleibt an den Aktienmärkten in der Krise. Mehr als -1,4 % Verlust hat die Aktie allein am Montag hinnehmen müssen. Die Kurse haben die 10-Euro-Marke nun bei weitem unterkreuzt. Sie liegen allein aus charttechnischer Sicht schon jenseits von Gut und Böse im Rennen. Die Aktie wird bei einem Abwärtstrend eher weiter verlieren. Dabei hat sich die BYD sogar vergleichsweise gut aufgestellt.

Was die Börsen bei der BYD aktuell nicht sehen

Ein Schwerpunkt der Unternehmensstrategie liegt auf der Batterietechnik. BYD treibt die Verbreitung seiner Blade-Batterie weiter voran und integriert inzwischen die zweite Generation der Technologie in neue Modelle. Ergänzend oder auch unterstützend dazu investiert der Konzern umfangreich in autonomes Fahren. Besonders bei Anwendungen der Level-3-Autonomie geht das Management von einer schnelleren kommerziellen Einführung aus, als viele Marktteilnehmer bislang erwartet hatten. Die Lösungen zeigen aktuell, auf welch gutem Weg der Konzern im Vergleich zur Konkurrenz ist. Die muss sich fürchten:

Für die Expansion außerhalb Chinas entstehen zusätzliche Zentren in Europa, Asien und Lateinamerika. Schulungen, Entwicklung und Vertrieb sollen näher an die jeweiligen Zielmärkte rücken. Gleichzeitig verfolgt BYD das Ziel, im laufenden Jahr rund 1,5 Millionen Fahrzeuge außerhalb des Heimatmarktes abzusetzen.

Gerade die internationale Expansion sorgt allerdings für Reibungsverluste. In Europa verlief der Ausbau der Aktivitäten zuletzt nicht durchgehend nach Plan. Das ursprünglich vorgesehene Werk im türkischen Manisa wird nicht weiterverfolgt. Stattdessen konzentriert sich BYD stärker auf seine Aktivitäten in Ungarn und prüft zusätzliche Möglichkeiten innerhalb der Europäischen Union.

Für zusätzliche Diskussionen sorgt die Entscheidung des US-Verteidigungsministeriums, BYD auf eine Liste von Unternehmen mit angeblichen Verbindungen zum chinesischen Militär zu setzen. Unmittelbare Sanktionen wurden bislang nicht beschlossen. Dennoch hat die Börse die Kursziele der Analysten, die wesentlich höher liegen, bei weitem ignoriert.