BYD kommt am Freitag kaum vom Fleck. Mit einem Plus von 0,45 % auf rund 8,79 Euro bleibt der Kurs auf niedrigem Niveau. Analysten sehen den chinesischen Elektroautobauer weiterhin bei etwa 14 Euro. Von 8,79 Euro aus wären dafür gut 59 % Kursgewinn erforderlich. Dabei sind die Vorzeichen unverändert gut:

Das Auslandsgeschäft gewinnt für BYD erheblich an Gewicht. Im August verkaufte der Konzern außerhalb Chinas 189.466 New-Energy-Fahrzeuge, 134,45 % mehr als ein Jahr zuvor. Damit entfielen bereits 43,03 % des weltweiten Monatsabsatzes von 440.293 Fahrzeugen auf internationale Märkte. In China wurden 250.827 Fahrzeuge verkauft, 14,34 % weniger als im Vorjahresmonat. Insgesamt erreichte BYD im August seinen bislang höchsten Monatsabsatz des Jahres.

BYD: Das honoriert der Markt noch nicht

Für 2026 plant der Konzern 1,9 bis 2,0 Millionen Verkäufe außerhalb Chinas. Zu Jahresbeginn waren erst rund 1,3 Millionen vorgesehen. Nach acht Monaten stehen bereits 1.162.260 Fahrzeuge zu Buche, ein Anstieg von 85,72 %. Für 2027 hat BYD die Marke von 2,5 Millionen Auslandsfahrzeugen ins Visier genommen. Dafür entstehen zusätzliche Werke außerhalb Chinas. In Ungarn wird der Produktions- beziehungsweise Montagebeginn für November oder Dezember erwartet. Das Werk in Indonesien ist bereits angelaufen, in Brasilien soll die Jahreskapazität auf 300.000 Fahrzeuge steigen. Bei der Batterieversorgung gibt es noch Engpässe. Rund 250.000 Bestellungen für Modelle mit Flash-Charge-Technik warten auf ausreichende Mengen der Blade-2-Batterie. Die dafür benötigten Kapazitäten sollen frühestens Anfang 2027 verfügbar sein.

BYD erweitert außerdem sein Angebot in höheren Preisklassen. Der Sealion 08 aus der Ocean-Reihe soll zwischen 230.000 und 280.000 Yuan kosten. Für September ist eine rein batterieelektrische Version des Denza N8L vorgesehen. Der Konzern vergrößert damit sein Angebot außerhalb der besonders hart umkämpften günstigeren Segmente des chinesischen Automarkts. Für Europa bekommt die lokale Fertigung zusätzliche Bedeutung. Vertreter der europäischen Zulieferindustrie fordern Schutzmaßnahmen und höhere Zölle, sobald chinesische Importe bestimmte Marktanteile erreichen. Kritisiert wird außerdem, dass chinesische Werke in Europa teilweise vor allem der Endmontage von Bauteilen aus China dienen könnten. In den USA richten sich regulatorische Bedenken ebenfalls auf chinesische Komponenten in westlichen Lieferketten.

Die Vorzeichen sind nur an der Börse nicht so gut wie bei Analysten. Die Aktie ist klar im Abwärtstrend.