BYD schaffte am Montag gleich zum Börsenstart wieder einen Sprung um rund 1,3 % nach oben. Die Aktie kommt auf Notierungen oberhalb der Marke von 10 Euro, was einen kleinen charttechnischen Durchbruch darstellt.
BYD hat sich deutlich verbessert!
Vor einiger Zeit sah die Situation noch deutlich anders aus. Innerhalb der vergangenen vier Wochen konnte das Papier inzwischen um 12,12 % zulegen. Die Aktie gewann dabei rund 1 Euro hinzu. Ende Juni war zwischenzeitlich noch die Marke von 8 Euro getestet worden. Dieser Bereich hielt jedoch stand. Seither ging es mit dem Kurs deutlich nach oben. Allein im Juli legte die Aktie inzwischen um rund 20 % zu.
Dafür gibt es durchaus nachvollziehbare Gründe. Nach den offiziellen Unternehmensmeldungen läuft das Geschäft inzwischen wieder deutlich besser als zuvor. Vor allem die Exporte entwickeln sich positiv. Im Juni konnte BYD erneut starke Auslieferungszahlen vorweisen. Damit fielen auch die Ergebnisse für das erste Halbjahr insgesamt deutlich besser aus.
Fast 790.000 Fahrzeuge exportierte BYD in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres und erreichte damit die selbst gesteckten Ziele weitgehend. Das ist für das Unternehmen besonders wichtig, weil die Exporte deutlich profitabler sind als der Verkauf auf dem chinesischen Heimatmarkt.
Hier liegt der entscheidende Unterschied. In China litt BYD zuletzt unter einer ausgeprägten Rabattschlacht. Zum einen wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres rund 40 % weniger Fahrzeuge verkauft als im Vorjahreszeitraum. Zum anderen drückten die Preisnachlässe nicht nur den Umsatz, sondern auch die Margen.
Im Ausland erzielt BYD dagegen höhere Verkaufspreise. Entsprechend entwickeln sich dort auch die Margen stabiler. Insgesamt ist es dem Unternehmen damit gelungen, eine erste operative Trendwende einzuleiten.
Dass sich diese Entwicklung fortsetzen könnte, erscheint durchaus plausibel. BYD bringt nicht nur neue Marken nach Europa, sondern will auch die Produktion vor Ort deutlich ausbauen. Das Werk in Ungarn soll zum Jahresende unter Volllast produzieren. Darüber hinaus gibt es immer wieder Spekulationen über eine zweite Produktionsstätte in Europa. Auch über Kooperationen oder sogar die Übernahme bestehender Werke wurde zuletzt berichtet. So war unter anderem von Gesprächen mit Stellantis die Rede.
Eine Produktion innerhalb Europas hat für BYD den Vorteil, bestehende Handelsbeschränkungen der Europäischen Union teilweise zu umgehen. Fahrzeuge könnten dann ohne entsprechende Importhürden produziert und verkauft werden. Noch handelt es sich dabei teilweise um Zukunftspläne. Fest steht jedoch bereits heute, dass die Verkaufszahlen wieder anziehen.
Im Juni setzte BYD einschließlich der Exporte mehr als 400.000 Fahrzeuge ab. Das entsprach einem Plus von mehr als 5 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Gleichzeitig war es bereits der zweite Monat in Folge mit steigenden Verkaufszahlen.
Damit verbessert sich auch die Wahrnehmung des Unternehmens am Aktienmarkt. Die zuletzt veröffentlichten starken Quartalsdaten gelten als wesentlicher Grund dafür, dass sich die Aktie inzwischen wieder an die Marke von 10 Euro herangearbeitet hat.
Charttechnisch befindet sich BYD zwar noch leicht in einem Abwärtstrend. Tatsächlich hat sich das Bild in den vergangenen Wochen jedoch deutlich aufgehellt. Aus dieser Perspektive erscheint es nur eine Frage der Zeit, bis die Marke von 10 Euro nachhaltig überwunden wird. Anschließend warten im Bereich zwischen 10,50 und 10,60 Euro die nächsten technischen Widerstände.
Gelingt auch deren Überwindung, könnte die Aktie zunehmend den Entwicklungspfad einschlagen, den Analysten bereits seit Längerem erwarten. Die durchschnittlichen Kursziele liegen derzeit bei rund 14 Euro.
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