Ausgerechnet eines der wichtigsten Europa-Projekte von BYD gerät zunehmend unter politischen Druck. Rund um das neue Werk im ungarischen Szeged laufen Untersuchungen zu staatlichen Förderungen, nachdem der frühere Außenminister Péter Szijjártó unmittelbar nach seinem Ausscheiden aus der Politik zum chinesischen Autobauer wechselte. Die neue Regierung lässt nun Subventionen, Steuervergünstigungen und Genehmigungen überprüfen – ein Vorgang, der den Fokus der Investoren auf die europäische Expansionsstrategie des Konzerns lenkt. Dies könnte einer der Gründe dafür sein, dass die Aktie in der vergangenen Woche trotz des verheißungsvollen Ausflugs auf die Marke von 10 Euro dann am Ende doch noch an der Hürde scheiterte. Am Freitag verabschiedete sich der Titel mit dem Plus von 0,6 % aus dem Markt. Analysten rechnen noch immer mit Kurszielen von mehr als 14 Euro. Aber: Ungarn hat jetzt dazwischengefunkt
BYD: Probleme in Ungarn
Das Werk in Szeged besitzt für BYD eine besondere Bedeutung. Es handelt sich um die erste Pkw-Fabrik des Unternehmens innerhalb der Europäischen Union und soll die Produktion direkt vor Ort ermöglichen. Gleichzeitig könnte der Standort helfen, EU-Importzölle auf chinesische Elektrofahrzeuge zu umgehen. Allerdings liegt das Projekt inzwischen hinter dem ursprünglichen Zeitplan. Nach aktueller Planung soll die vollständige Fahrzeugmontage erst im vierten Quartal anlaufen.
Dennoch baut BYD sein internationales Geschäft konsequent weiter aus. Im Juni verkaufte der Konzern außerhalb Chinas 175.349 Fahrzeuge und steigerte den Absatz damit gegenüber dem Vorjahr um knapp 95 %. Dem steht ein Rückgang der Verkäufe im Heimatmarkt gegenüber, wodurch die Auslandsmärkte weiter an Bedeutung gewinnen. Zusätzliche Impulse verspricht sich BYD von einer neuen Partnerschaft mit Xperi. Das Unternehmen wird künftig die Infotainment-Plattform DTS AutoStage in seine Fahrzeuge integrieren, die Radio-, Audio- und Videodienste in einer einheitlichen Benutzeroberfläche bündelt und bereits in Millionen Fahrzeugen weltweit genutzt wird. Der Rollout soll ab dem vierten Quartal 2026 beginnen und die internationale Positionierung der Marke weiter stärken.
Während BYD im Ausland neue Wachstumschancen erschließt, verschärfen die chinesischen Behörden gleichzeitig ihre Kontrolle über den heimischen Automobilmarkt. Gemeinsam mit führenden Herstellern und Händlergruppen stehen unter anderem Preisstrategien, Preistransparenz und Marketingpraktiken auf dem Prüfstand. Ziel ist es, den intensiven Preiswettbewerb einzudämmen und die Profitabilität der Branche zu stabilisieren.
Deshalb sind die Analysten so zuversichtlich!
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