BYD verliert am Freitag 0,21 Euro. Die Aktie kommt auf 9,95 Euro. Das entspricht einem Abschlag von 1,1 %, der offensichtlich verhindern wird, dass das Papier die Marke von 10 Euro zum Ende der Woche verteidigen kann. Am gestrigen Donnerstag war die Aktie zeitweise noch auf über 10 Euro gestiegen. 10,08 Euro wurden zwischenzeitlich ausgewiesen. Allerdings dürfte dies zunächst nur ein erster Test dieser wichtigen Marke gewesen sein.
Charttechniker sehen den Durchbruch
Zur Einordnung: Die Notierungen waren seit Mitte April, ausgehend vom Zwischenhoch bei 12,20 Euro, deutlich nach unten gelaufen. Zweimal konnte die Aktie im Mai die Marke von 10 Euro noch verteidigen. Anschließend fiel der Kurs bis auf 8,16 Euro Ende Juni. Seither hat sich das Papier jedoch zusehends und vergleichsweise schnell erholt.
Nach Einschätzung zahlreicher Analysten war BYD ohnehin deutlich unterbewertet. Die durchschnittlichen Kursziele liegen derzeit noch rund 38 bis 39 % über dem aktuellen Kursniveau.
Die Aktie hatte zuletzt vor allem deshalb deutlich zugelegt, weil die Absatzzahlen die starke Marktposition des Unternehmens unterstrichen. Sowohl im Mai als auch im Juni konnte BYD seine Verkaufszahlen gegenüber dem jeweiligen Vorjahresmonat steigern. Im gesamten ersten Halbjahr wurden die Absatzzahlen des Vorjahres zwar noch nicht ganz erreicht. Allerdings scheint BYD die Talsohle inzwischen durchschritten zu haben. Diese Entwicklung hat der Markt entsprechend positiv aufgenommen.
Hinzu kommt die offensive Markenstrategie des Unternehmens. BYD will mit mehreren Marken in Europa präsent sein, um die Expansion weiter voranzutreiben. Dazu gehört unter anderem auch die Premiummarke Denza. Diese Strategie hat dazu beigetragen, dass die Aktie zuletzt wieder deutlich an Dynamik gewonnen hat.
Darüber hinaus dürfte BYD – wie andere chinesische Hersteller – von Fördermaßnahmen für Elektrofahrzeuge profitieren. Dies bleibt innerhalb der Europäischen Union zwar umstritten. Gleichwohl scheint der Markt diesen Umstand inzwischen weitgehend eingepreist zu haben. BYD konnte seine Verkaufszahlen sowohl in Deutschland als auch in der Europäischen Union zuletzt deutlich steigern.
Insgesamt profitierte die Aktie zudem davon, dass BYD im Juni weltweit rund 175.000 Fahrzeuge im Ausland absetzte. Damit entfielen bereits rund 43 % des Gesamtabsatzes auf internationale Märkte. BYD stabilisiert damit sein Auslandsgeschäft, verbessert seine Markenwahrnehmung und baut seine Produktionskapazitäten außerhalb Chinas konsequent aus. In Ungarn soll das Werk zum Jahresende unter Volllast produzieren.
Vor diesem Hintergrund zeigen die Trendpfeile aus wirtschaftlicher Sicht derzeit weiterhin nach oben. Auch Analysten bleiben, wie beschrieben, optimistisch. Dass die technische Analyse aktuell noch einen leichten Abwärtstrend signalisiert, dürfte vor diesem Hintergrund zunächst nicht entscheidend sein.
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