Zum Wochenausklang wurde BYD bei 9,97 Euro gehandelt und verzeichnete dabei ein Minus von 1,77 %. Für Morgan Stanley besitzt diese kurzfristige Kursbewegung allerdings eine geringere Aussagekraft als die Kombination aus wieder steigenden Auslieferungen und den erwarteten Verbesserungen nach Abschluss der internen Anpassungsphase.

Denn: Für BYD entscheidet sich der nächste Wachstumsschritt nicht allein in China. Der Hersteller richtet seine Strategie zunehmend auf internationale Märkte aus und verbindet Produktionsausbau, Markenentwicklung und Vertrieb zu einem gemeinsamen Konzept. Europa nimmt dabei eine Schlüsselrolle ein. Trotz regulatorischer Diskussionen hält das Unternehmen an seiner Expansion fest und investiert weiter in den Aufbau einer lokalen Präsenz.

In Ungarn wird gebaut!

Ein wichtiger Bestandteil dieser Strategie ist das Werk im ungarischen Szeged, das bis zum Jahresende seine volle Produktionsleistung erreichen soll. Kürzere Lieferwege und eine bessere Versorgung europäischer Kunden gehören zu den zentralen Zielen. Gleichzeitig stärkt BYD seine Markenbekanntheit durch eine dreijährige Kooperation mit Paris Saint-Germain. Die Partnerschaft umfasst weltweite Marketingkampagnen, gemeinsame Veranstaltungen sowie die Einbindung der Premiummarke Denza und soll den Zugang zu unterschiedlichen Kundengruppen erleichtern.

Nun hat auch ein bisheriger Minister Ungarns die Fronten gewechselt: Er geht zu BYD. Ein Schelm, wer nichts Böses dabei denkt.

Die zunehmende Bedeutung des Auslandsgeschäfts lässt sich inzwischen auch an den Verkaufszahlen ablesen. Im Juni wurden rund 175.000 Fahrzeuge außerhalb Chinas ausgeliefert. Damit entfielen etwa 43 % des gesamten Absatzes auf internationale Märkte. Weltweit erreichten die Auslieferungen von New Energy Vehicles 403.472 Einheiten. Gegenüber Juni 2025 entspricht das einem Plus von 5,5 %, im Vergleich zum Vormonat legte der Absatz um weitere 5,2 % zu. Diese Entwicklung gilt als Hinweis darauf, dass die Nachfrage nach Abschluss der internen Anpassungen wieder zunimmt.

Vor diesem Hintergrund rücken die schwachen Quartalszahlen in einen anderen Zusammenhang. Im ersten Quartal 2026 sank der Umsatz auf 150,23 Milliarden Yuan und lag damit 11,8 % unter dem Vorjahreswert. Der Nettogewinn verringerte sich um 55,4 % auf 4,09 Milliarden Yuan beziehungsweise rund 597 Millionen Dollar. Das Ergebnis je Aktie fiel von 1,039 Yuan auf 0,448 Yuan, während sich der operative Netto-Cashflow um 67,5 % auf 2,790 Milliarden Yuan reduzierte. Morgan Stanley bestätigte dennoch am 17. Juli 2026 die Einstufung „Overweight“ und erwartet bereits im zweiten Quartal eine deutliche Verbesserung der Ergebnisse.

Das passt zu den hohen Zielen der Analysten.