Die Aktie von BYD kommt an der wohl markantesten Marke seit Tagen einfach nicht vorbei. Rund um die 10-Euro-Linie wird jeder Anlauf wieder ausgebremst. Am Freitag notierte das Papier erneut knapp darunter. Im Bereich von 9,86 Euro pendeln die Kurse mit einem kleinen Plus und zeigen damit, dass Anleger noch auf neue Impulse warten.
Ungarn kontrolliert einen Deal
Ausgelöst wurde die jüngste Zurückhaltung unter anderem durch Nachrichten aus Ungarn. Dort laufen Ermittlungen gegen den früheren Außenminister, der inzwischen für BYD tätig ist. Für das operative Geschäft hat dies zwar zunächst keine unmittelbaren Folgen, an der Börse sorgen solche Meldungen jedoch regelmäßig für Unsicherheit.
Viel wichtiger dürfte allerdings sein, wie sich das Auslandsgeschäft entwickelt. Während der chinesische Heimatmarkt seit Monaten unter Preisdruck steht, wächst BYD außerhalb Chinas mit hohem Tempo. Gerade diese Entwicklung dürfte den Konzern in den kommenden Quartalen tragen.
Ein sichtbares Beispiel liefert Brasilien. Dort wurde vor wenigen Tagen bereits das 100.000. Elektrofahrzeug produziert. Der Standort entwickelt sich schneller als ursprünglich erwartet und soll in den kommenden Jahren nochmals deutlich ausgebaut werden. Gleichzeitig investiert BYD weiter in Europa, um Fahrzeuge künftig näher an den wichtigsten Absatzmärkten zu produzieren.
Auch die Exportzahlen sprechen eine klare Sprache. Im Juni lagen die Auslandsverkäufe um 95 % über dem Vorjahreswert. Mittlerweile stammen rund 43 % aller ausgelieferten Fahrzeuge aus dem Exportgeschäft. Vor wenigen Jahren wäre eine solche Quote kaum vorstellbar gewesen.
Im Heimatmarkt bleibt die Situation dagegen schwierig. Auslaufende Förderprogramme und ein aggressiver Preiswettbewerb haben den Herstellern deutlich zugesetzt. Auch BYD blieb davon nicht verschont. Zeitweise brach der Nettogewinn um rund 55 % ein.
Viele Analysten gehen dennoch davon aus, dass die stärkere internationale Präsenz diesen Nachteil nach und nach ausgleichen kann. Besonders Europa gilt wegen der höheren Margen als attraktiver Markt. Hinzu kommt, dass BYD weitere Modelle ankündigt, mit denen zusätzliche Marktanteile gewonnen werden sollen.
Im ersten Halbjahr exportierte der Konzern rund 789.000 Fahrzeuge. Diese Entwicklung entsprach den eigenen Erwartungen des Unternehmens. Deshalb bleiben viele Analysten optimistisch und sehen den fairen Wert der Aktie weiterhin bei mehr als 14 Euro. Daraus ergibt sich gegenüber dem aktuellen Kurs ein Potenzial von rund 40 %.
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