Der chinesische Automobilriese BYD erobert mit überraschender Wucht den deutschen Markt für Plug-in-Hybride. Wie eine aktuelle Analyse des Center Automotive Research (CAR) in Bochum belegt, drängte der Konzern die etablierten heimischen Premiumhersteller in den vergangenen Monaten spürbar zurück. Im Mai feierte BYD mit einem Marktanteil von 15,4 % bei den Neuzulassungen extern aufladbarer Hybridfahrzeuge sogar den Sprung an die Spitze der Statistik.

Chinas Preiskrieg erreicht den deutschen Heimatmarkt

Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer spricht von einer massiven Export-Lawine. Der Grund liegt in der Heimat: Während der Absatz von BYD auf dem chinesischen Binnenmarkt im ersten Halbjahr um 40 % einbrach, schossen die Exporte um mehr als 70 % auf knapp 790.000 Fahrzeuge in die Höhe. Der chinesische Verdrängungswettbewerb wird damit direkt auf die deutschen Straßen verlagert. Während deutsche Konkurrenten auf komplexe, hochpreisige Motorenkonzepte setzten, punktet BYD mit solider Technik, mittlerer Batteriekapazität, aggressiver Preisgestaltung und kräftigen Nachlässen.

Staatliche Prämie befeuert den Umschwung

Ironischerweise dient ausgerechnet die deutsche Umweltpolitik als Beschleuniger dieser Entwicklung. Da die staatliche E-Auto-Prämie von bis zu 4.500 Euro an bestimmte Einkommensgrenzen gekoppelt ist, greifen preisbewusste Käufer bevorzugt zu den günstigen Fernost-Importen. Ausgerechnet das als deutsche Kernkompetenz geplante Übergangssegment wird nun von der ausländischen Konkurrenz dominiert.

Forderungen nach Ausgleichszöllen werden laut

Angesichts dieser Marktdynamik schlägt die Politik Alarm. Umweltminister Carsten Schneider fordert im Hinblick auf unfaire Wettbewerbsbedingungen und die Unterbewertung des Yuan eine rasche Korrektur der Importregeln. Während für rein batterieelektrische Fahrzeuge bereits Ausgleichszölle greifen, bleiben Plug-in-Hybride bislang unberücksichtigt. Schneider verlangt nun auch in diesem Segment zügig entsprechende Abgaben, um ein Überrollen der heimischen Autoindustrie zu vermeiden.