An der Börse wird BYD derzeit deutlich schlechter bewertet und vor allem auch klarer im Abwärtstrend als je vermutet. Dabei hat sich in den zurückliegenden Wochen die fundamentale Bewertung spürbar verändert.

Für das laufende Jahr wird das Unternehmen aktuell mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 14,4 bewertet. Im internationalen Vergleich ist das ein vergleichsweise niedriger Wert. Gegenüber dem amerikanischen Wettbewerber Tesla liegt die Bewertung sogar um den Faktor sechs bis acht niedriger. Aus Sicht vieler Analysten erklärt genau das, weshalb sie trotz der jüngsten Kursverluste an ihren überwiegend positiven Einschätzungen festhalten.

BYD: Das sehen die Börsen offenbar nicht

Auch wirtschaftlich sendet BYD durchaus ermutigende Signale. So sind die Verkaufs- und Produktionszahlen im Mai gegenüber dem Vorjahresmonat erstmals seit neun Monaten wieder gestiegen. Gleichzeitig treibt der Konzern seine Expansion in Europa weiter voran und bietet inzwischen neun verschiedene Fahrzeugmodelle auf dem europäischen Markt an. An der Börse konnten diese Entwicklungen bislang allerdings kaum überzeugen.

Stattdessen dominieren derzeit andere Themen. Die Diskussion über mögliche Verschärfungen der EU-Zollpolitik gegenüber chinesischen Herstellern sorgt ebenso für Unsicherheit wie die Berichte über den Vorfall im ungarischen Werk. Viele Investoren warten offenbar zunächst ab, bevor sie sich wieder stärker engagieren.

Deshalb fällt die unterschiedliche Bewertung zwischen Börsenkurs und Analysteneinschätzungen auf. Die durchschnittlichen Kursziele liegen weiterhin rund 70 % über dem aktuellen Niveau. Während die Charttechnik unverändert Schwäche signalisiert, sehen Fundamentalanalysten in der inzwischen deutlich günstigeren Bewertung eine attraktive Ausgangslage. Die setzen auf die Expansion u.a. nach Europa. Die ist nach den jüngsten Zahlen sicherlich erfolgreich. Damit hat die Aktie derzeit die besseren Karten wieder in der eigenen Hand.