419.211 Fahrzeuge im Juli, ein Rekord beim Export und der Sprung auf Rang drei im internationalen Elektroautomarkt: Operativ hat BYD zuletzt durchaus geliefert. Dennoch ist die Aktie extrem weit von ihrem 52-Wochen-Hoch von 13,23 Euro entfernt. Heute zeigten die Märkte gerade einmal einen Kurs von 9,95 an, nachdem das Papier zwischenzeitlich immerhin auf in etwa 10 Euro gesprungen war. 10 Euro wären eine wichtige Marke, auf die Chartanalysten aktuell (wenigstens) warten. Die Notierungen sollten deren Meinung nach darüber durchstarten können.

Wirtschaftlich gibt es inzwischen wieder deutliche Hinweise auf eine Erholung der BYD. Dies lässt sich belegen.

BYD: Es geht deutlich voran

Das Auslandsgeschäft ist dabei der entscheidende Lichtblick. Im ersten Halbjahr lieferte BYD außerhalb Chinas 497.000 Elektrofahrzeuge aus, was einem Wachstum von 81,4 % entspricht. Im Juli erreichten die Exporte von Personenwagen und Pick-ups mit 179.841 Einheiten einen neuen Höchststand. Gegenüber dem Vorjahresmonat betrug das Wachstum sogar 124,3%. Die internationale Expansion entwickelt sich damit zunehmend zum Gegenpol für die schwächere Nachfrage auf dem chinesischen Heimatmarkt.

Auch strategisch baut BYD diese Entwicklung weiter aus. In Brasilien hat der Konzern sein erstes lokal produziertes Plug-in-Hybrid-Flex-Fuel-Modell auf den Markt gebracht. Bis Januar 2027 soll der Anteil lokal gefertigter Komponenten auf mehr als 50 % steigen. Damit will BYD nicht nur zusätzliche Märkte erschließen, sondern sich auch stärker gegen Zölle und mögliche Lieferkettenrisiken absichern.

In China versucht der Konzern derweil mit neuen Modellen gegenzusteuern. Der Sealion 08 kann inzwischen vorbestellt werden und kommt sowohl als Plug-in-Hybrid als auch als Elektrofahrzeug auf den Markt. Parallel treibt die Tochtermarke Denza ihre Produktoffensive voran. Ob diese Maßnahmen die Nachfrage im Heimatmarkt tatsächlich wieder spürbar beleben können, bleibt allerdings abzuwarten.

Denn nach sieben Monaten stehen erst 2,23 Millionen verkaufte Fahrzeuge zu Buche. Für die untere Marke des Jahresziels von 5 Millionen Fahrzeugen wäre in den restlichen Monaten ein deutlich höheres Tempo erforderlich. Selbst der bisher stärkste Monat Juli mit 419.211 Verkäufen reicht dafür noch nicht aus.

Vor diesem Hintergrund rückt der 28. August besonders in den Mittelpunkt. Die Halbjahreszahlen sollen zeigen, wie stark sich die internationale Expansion bereits in Umsatz und Gewinn niederschlägt. Analysten sind zuversichtlich. Die Kursziele liegen durchaus sehr viel höher als das aktuelle Kursniveau!