Die BYD-Aktie notierte am bisherigen Donnerstag bei 10,05 Euro und legte um 2,6 % zu. Damit setzte sich die Erholung der vergangenen Handelstage fort. Der Kursanstieg fällt jedoch in eine Phase, in der sich die Diskussion weniger um die Verkaufszahlen als um die Ertragskraft des chinesischen Elektroautobauers dreht. Während das Unternehmen international weiter expandiert, bleibt der intensive Preiswettbewerb im Heimatmarkt ein wesentlicher Belastungsfaktor.
BYD: Die Märkte trotzen diesen Zahlen
Wirtschaftlich ist trotz der jüngsten Erholung noch nicht alles im Lot. So brach der Nettogewinn von BYD im ersten Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahr um mehr als 55 % auf rund 4,08 Milliarden Yuan ein. Ursache ist vor allem der anhaltende Preiskrieg im chinesischen Elektroautomarkt. Rabatte reduzierten den Gewinn pro verkauftem Fahrzeug erheblich. Damit rückt die Frage in den Mittelpunkt, ob das starke Absatzwachstum künftig noch in vergleichbare Gewinnsteigerungen umgewandelt werden kann.
Gleichzeitig entwickelt sich das internationale Geschäft zu einem immer wichtigeren Wachstumstreiber. Zuletzt entfiefel bereits fast 45 % der Fahrzeugauslieferungen auf Auslandsmärkte. Das Management hält zudem an seinem Ziel fest, im Gesamtjahr rund 1,5 Millionen Fahrzeuge außerhalb Chinas abzusetzen. Damit gewinnt das Exportgeschäft zunehmend an Bedeutung und federt die Schwäche des chinesischen Heimatmarktes teilweise ab. Heute wurde bekannt, dass der frühere Außenminister Ungarns das Unternehmen bereichert: Damit dürfte auch der ungarische Standort betroffen sein. Was für eine Nachricht! Denn:
Neben den operativen Entwicklungen beobachten Investoren auch regulatorische Risiken. Restriktivere Handelsmaßnahmen der USA sowie politische Diskussionen in Europa könnten die internationale Expansion erschweren, die EU möchte BYD wohl am liebsten mit Maßnahmen wie Zöllen und Preisuntergrenzen für die Fahrzeuge vom Markt halten. Gleichzeitig zeigt die aktuelle Kurserholung, dass der Markt kurzfristig stärker auf die zunehmende internationale Diversifizierung als auf den Margendruck reagiert. Nun hat der Titel die Marke von 10 Euro überwunden. Ein glänzendes Signal!
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