Die BYD-Aktie hat am Dienstag im Frankfurter Handel 1,89 % auf 9,22 Euro verloren. Dabei wächst das Auslandsgeschäft rasant: In den ersten acht Monaten des Jahres verkaufte BYD rund 1,16 Millionen Fahrzeuge außerhalb Chinas. Das waren 85,7 % mehr als im Vorjahreszeitraum.
BYD wächst noch kräftiger als gedacht
Nach dem kräftigen Zuwachs hob BYD die Jahresprognose für die Auslandsmärkte von 1,5 Millionen auf 1,9 bis 2,0 Millionen Fahrzeuge an. Um das obere Ende zu erreichen, fehlen nach acht Monaten noch rund 840.000 Fahrzeuge. Das wären im Durchschnitt etwa 210.000 Auslandsverkäufe pro Monat bis zum Jahresende. Das schnelle Wachstum erhöht den Bedarf an Transportkapazitäten. BYD erwägt deshalb offenbar, rund eine Milliarde Dollar in zusätzliche Autotransportschiffe zu investieren. Eine größere eigene Flotte würde dem Konzern mehr Kontrolle über die Verschiffung seiner Fahrzeuge aus China in internationale Absatzmärkte geben.
Diese Kapazitäten werden auch wegen der Entwicklung im Heimatmarkt wichtiger. Zwischen Januar und August gingen die Verkäufe in China um etwa ein Drittel zurück. Das stark wachsende Auslandsgeschäft übernimmt damit einen größeren Anteil an den gesamten Fahrzeugverkäufen. Finanziell verfügt BYD über erhebliche Größenordnungen. Im zweiten Quartal setzte der Konzern 194,59 Milliarden Yuan um und erzielte einen operativen Gewinn von 14,10 Milliarden Yuan. Daraus errechnet sich eine operative Marge von rund 7,2 %. Der Nettogewinn erreichte 8,24 Milliarden Yuan beziehungsweise gut 4,2 % des Umsatzes.
Weitere 11,96 Milliarden Yuan flossen im Quartal in Forschung und Entwicklung. Das waren rund 6,1 % des Umsatzes und damit fast 85 % des operativen Gewinns. Finanziert werden damit unter anderem neue Fahrzeugmodelle, Batterietechnik und weitere technologische Entwicklungen. Mit der höheren Auslandsprognose bekommt die Logistik eine zusätzliche Größenordnung. Bei 1,9 bis 2,0 Millionen Fahrzeugen würde BYD außerhalb Chinas im Gesamtjahr 740.000 bis 840.000 Einheiten mehr verkaufen als in den ersten acht Monaten bereits erreicht wurden. Eine zusätzliche Schiffsflotte würde damit unmittelbar auf ein stark wachsendes Transportvolumen zielen.
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