Cadence Design hat im dritten Quartal geliefert und die Prognose zum dritten Mal in diesem Jahr angehoben. Treiber ist die Nachfrage nach Chipdesign-Software im KI-Boom. Die Aktie legte schon im regulären Handel zu und zog nachbörslich weiter an.
Zahlen übertreffen die Erwartungen
Der Umsatz wuchs um 22 Prozent auf 1,633 Milliarden Dollar, der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 2,11 Dollar. Erwartet worden waren rund 1,61 Milliarden Dollar und 2,04 Dollar. Der Auftragsbestand erreichte mit 8,2 Milliarden Dollar einen Rekord.
Alle Produktgruppen wuchsen zweistellig. Das Systemdesign legte um 30 Prozent zu, das IP-Geschäft um 24 Prozent, die klassische Chipdesign-Software um 20 Prozent. Das wiederkehrende Geschäft wuchs um 18 Prozent, im Vorquartal waren es noch 20 Prozent. Das Management führt den Rückgang auf Verschiebungen im China-Geschäft zurück.
Der Aktienkurs reagierte mit moderaten Aufschlägen. Nachbörslich stand das Papier bei 329,10 Dollar, nach 322,17 Dollar zum regulären Handelsschluss. Vom 52-Wochen-Hoch bei 416,69 Dollar bleibt es damit klar entfernt.
Höhere Prognose, neues Rückkaufprogramm
Für 2026 peilt Cadence nun einen Umsatz von 6,387 bis 6,417 Milliarden Dollar an. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll 8,37 bis 8,43 Dollar erreichen. Die Prognose unterstellt, dass die Exportkontrollen im Wesentlichen unverändert bleiben.
Für das Schlussquartal stellt das Unternehmen einen Umsatz von 1,695 bis 1,725 Milliarden Dollar in Aussicht. Dazu kommt ein neues Aktienrückkaufprogramm, das der Verwaltungsrat genehmigt hat. Es umfasst weitere 2,5 Milliarden Dollar. Im Quartal flossen bereits 400 Millionen Dollar in Rückkäufe, im Gesamtjahr sollen mehr als die Hälfte des freien Cashflows an Aktionäre zurückgehen.
Maestro als KI-Baustein
Parallel stellte Cadence Maestro vor, ein Portfolio branchenspezifischer KI-Modelle für Chip- und Systemdesign. Es entstand in Zusammenarbeit mit Nvidia. Erste Tests zeigen laut Unternehmen bis zu 30 Prozent bessere Designqualität und bis zu fünffache Token-Effizienz gegenüber allgemeinen Basismodellen.
Konzernchef Anirudh Devgan betont die Kontrolle über alle drei Ebenen: KI-Agenten, eigene Modelle und bewährte Designwerkzeuge. In der Analystenrunde ging es vor allem um den Unterschied zu Wettbewerbsangeboten und die Monetarisierung. Das Management verwies darauf, dass Kunden ihre eigene Recheninfrastruktur nutzen können, während Cadence die Design-Agenten vergütet bekommt.
Auch die Marge bleibt im Blick. Die Integration des Hexagon-Geschäfts drückt in diesem Jahr die Profitabilität, die Prognose liegt bei etwa 44,7 Prozent bereinigter operativer Marge. Für 2027 erwartet das Management hier Verbesserungen.
Morgan Stanley bestätigte nach den Zahlen seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 400 Dollar. Das nächste Update mit Ausblick auf 2027 kündigte die Führung für Februar an.
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