Künstliche Intelligenz frisst Strom. Rechenzentren von Google, Microsoft und Amazon brauchen immer mehr Energie — und entdecken die Kernkraft neu. Für Cameco, den kanadischen Uranproduzenten, ist das ein struktureller Rückenwind.

Die Aktie notierte zuletzt bei 93,28 Euro und legte binnen einer Woche knapp sieben Prozent zu. Auf Monatssicht steht ein Plus von gut vier Prozent. Der kursrelevante Treiber: Uran wird knapper, die Nachfrage steigt.

Versorgungslücke absehbar

Mobile Uranvorräte sind weitgehend aufgebraucht. Gleichzeitig setzen Versorgungsunternehmen nicht mehr auf knappe Lagerhaltung, sondern auf langfristige Verträge — „just in case“ statt „just in time“. Cameco sichert sich mit rund 28 Millionen Pfund Uran jährlich ab. Analysten sehen die Preise 2026 zwischen 85 und 105 Dollar je Pfund.

Dazu kommt: Neue Minen brauchen Jahre bis zur Produktion. Verschärft sich das Angebotsdefizit wie erwartet nach 2032, könnte der Preis deutlich steigen.

Hinzu kommt ein weiterer Faktor. Die großen Tech-Firmen investieren Milliarden in neue Kernkraftwerke. Cameco hält 49 Prozent an Westinghouse, einem der führenden Reaktorbauer. Das verschafft dem Konzern Zugang zu Bauprojekten in den USA.

Hohe Bewertung, starke Besitzer

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei rund 99. Ein hoher Wert. Viele Analysten stufen die Aktie dennoch als „Moderate Buy“ ein. Rund 70 Prozent der Anteile liegen bei institutionellen Investoren — ein Vertrauensbeweis.

Die Volatilität bleibt mit annualisiert 53 Prozent hoch. Kein Wunder bei einem zyklischen Rohstoff mit geopolitischen Risiken. Doch Cameco ist kein spekulativer Minenentwickler. Der Konzern fördert bereits, besitzt eine etablierte Lieferkette und profitiert von einer strukturell wachsenden Nachfrage.

Die Tech-Konzerne werden ihre KI-Modelle nicht drosseln. Und ohne Kernkraft sind ihre Klimaziele kaum erreichbar. Für Uranproduzenten wie Cameco ist das ein Szenario, das langfristig wirkt — weit über den nächsten Quartalsbericht hinaus.