An der Börse zeigt sich Cameco am heutigen Dienstag mit einem leichten Kursplus von 0,5 Prozent bei 88,36 Euro. Damit trotzt das Papier kurzfristig einem technischen Signal, das am kanadischen Heimatmarkt für Aufsehen sorgte.
Im Handel an der Börse in Toronto (TSE) unterschritt der Kurs zeitweise die psychologisch wichtige 200-Tage-Linie, die bei 148,50 kanadischen Dollar (C$) verläuft. Trotz dieser Schwankungen bleibt das Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von umgerechnet 38,17 Milliarden Euro eines der bedeutendsten Schwergewichte im Sektor der Kernbrennstoffe.
Analysten sehen Potenzial trotz technischer Schwäche
Die Einschätzungen der Expertenhäuser gehen derzeit auseinander, zeichnen in der Mehrheit jedoch ein optimistisches Bild für den Uranproduzenten. Die Analysten von Canaccord hoben ihr Kursziel für das Unternehmen deutlich auf 195 C$ an. Auch weitere Institute wie die National Bank mit einem Ziel von 180 C$ sehen signifikantes Aufwärtspotenzial. Demgegenüber steht eine vorsichtigere Haltung bei Barclays: Hier wurde das Kursziel auf 147 C$ gesenkt.
Insgesamt wird die Aktie von einer Gruppe von 19 Analysten im Durchschnitt mit „Moderate Buy“ eingestuft. Das mittlere Kursziel wird dabei mit 145,68 US-Dollar angegeben.
Während das Papier an der New Yorker Börse zuletzt bei 102,26 US-Dollar eröffnete, notiert es damit auch dort unterhalb seiner 200-Tage-Linie, die bei 107,24 US-Dollar lokalisiert wird. Ein Insider nutzte das Kursniveau am 25. August für eine kleinere Transaktion und veräußerte 300 Aktien zu einem Preis von 148,53 C$.
Angebotsknappheit stützt den Uranmarkt
Grundlage für das anhaltende Interesse der Anleger ist die angespannte Lage auf dem globalen Markt für Kernbrennstoffe. Der Spotpreis für U3O8 kletterte am vergangenen Wochenende auf 89,50 US-Dollar pro Pfund – den höchsten Stand seit einem halben Jahr.
Branchenberichten zufolge signalisieren die Terminmärkte weiteres Risiko: Die Prämie für langfristige Lieferungen gegenüber dem Spotmarkt beträgt derzeit etwa 10 Prozent, wobei der 5-Jahres-Forward-Preis bereits bei 105 US-Dollar pro Pfund liegt.
Ein Bericht von Sprott verdeutlicht die drohende Versorgungslücke bei den Energieversorgern. In den USA sinkt die vertragliche Abdeckung des Uranbedarfs voraussichtlich von aktuell 98 Prozent auf nur noch 9 Prozent im Jahr 2033. In Europa zeigt sich ein ähnliches Bild: Hier wird erwartet, dass die Abdeckung von derzeit vollständigen 100 Prozent auf 36 Prozent bis zum Jahr 2034 zurückgeht. Diese wachsende Lücke könnte die Verhandlungsposition von Produzenten wie Cameco langfristig stärken.
Verzögerungen bei Mitbewerbern verschärfen Marktlage
Zusätzlicher Druck auf die Angebotsseite entsteht durch Produktionsschwierigkeiten bei internationalen Wettbewerbern. Der weltweit größte Produzent Kazatomprom gab bekannt, dass sich die Inbetriebnahme eines wichtigen Schwefelsäurewerks auf den Zeitraum zwischen dem dritten Quartal 2027 und dem ersten Quartal 2028 verzögert.
Ursprünglich war der Start für Anfang 2027 geplant. Da Schwefelsäure eine essenzielle Komponente für die Urangewinnung ist, könnte dies das globale Angebot weiter verknappen.
Der aktuelle Relative-Stärke-Index (RSI) von 61,0 deutet für Cameco darauf hin, dass das Papier nach den jüngsten Bewegungen zwar gut unterstützt ist, sich aber noch nicht in einem überkauften Bereich befindet. Anleger beobachten nun genau, ob die Aktie die technische Hürde der 200-Tage-Linie nachhaltig zurückerobern kann, um den langfristigen Aufwärtstrend zu bestätigen.
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