Die Aktie des Bitcoin-Mining-Spezialisten Canaan rutscht immer tiefer. Am Dienstag fällt der Kurs um neun Prozent auf 0,28 Euro – ein neues 52-Wochen-Tief. Seit Jahresbeginn hat das Papier bereits 57 Prozent verloren. Der einstige Höhenflug ist längst Geschichte. Im Oktober 2025 stand die Aktie noch bei 1,76 Euro.
Für das Unternehmen geht es inzwischen ums nackte Überleben an der Börse.
Die Notlage an der Börse
Der aktuellste Kurs von 0,28 Euro ist nicht einfach nur ein neues Tief. Er markiert eine existenzielle Schwelle. Canaan droht der Rauswurf aus der Börsennotierung. Die Mindestanforderungen an den Aktienkurs sind nicht mehr erfüllt. Ein Reverse Stock Split rückt damit in den Bereich des Möglichen. Die Kapitalmaßnahme würde die Aktienanzahl reduzieren und den Kurs pro Stück nach oben treiben. Rein technisch betrachtet. Für Anleger ist das oft ein zwiespältiges Signal – institutionelle Investoren bleiben zwar erhalten, echten Wert schafft der Schritt nicht.
Der MDAX-Kandidat von einst kämpft um seinen Platz. Und die Zeit drängt.
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Der große Plan: Vom Miner zum Rechenzentrum
Canaan setzt alles auf eine Karte. Das Unternehmen will seine Mining-Fabriken umrüsten. Weg vom reinen Bitcoin-Schürfen, hin zu High-Performance-Computing (HPC) und KI-Rechenzentren. Die Idee: Anlagen bauen, die je nach Marktlage zwischen Krypto-Mining und KI-Workloads umschalten können. Das senkt die Abhängigkeit vom Bitcoin-Kurs.
Besonders in Nordamerika treibt Canaan dieses Konzept voran. Stabile Stromnetze und günstige Energie machen die Region attraktiv für große Datenzentren. Obendrein will das Unternehmen künftig die eigene Hardware selbst betreiben – statt sie nur zu verkaufen. Das sichert langfristige Einnahmen.
Ein mutiger Plan. Aber einer, der Zeit und Geld braucht. Beides ist knapp.
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Branche unter Druck
Der gesamte Mining-Sektor steht unter Strom. Immer effizientere Maschinen, sinkende Margen, geografische Diversifizierung. Ein Nischentrend gewinnt an Fahrt: die Abwärmenutzung von Mining-Rigs für Heizzwecke. In Nordeuropa testen erste Projekte dieses Modell. Auch Canaan könnte davon profitieren – doch die Effekte sind vorerst klein.
Die entscheidenden Wochen stehen bevor. Gelingt der Reverse Split rechtzeitig? Ziehen die neuen KI-Geschäftsmodelle? Und vor allem: Glauben die Märkte noch an Canaan?
Derzeit spricht die Kursentwicklung eine klare Sprache.
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