Nach wochenlangem Ausverkauf zeigt Canamera Energy Metals zum Wochenschluss ein anderes Bild. Die Aktie legt am Freitag um 5,71 Prozent zu und schließt bei 0,1295 Euro. Nur einen Tag zuvor hatte das Papier mit 0,1005 Euro ein neues 52-Wochen-Tief markiert.

Erholung aus überverkaufter Zone

Der Sprung nach oben kommt nicht aus dem Nichts. Der 14-Tage-RSI war zuletzt auf 25,1 gefallen und signalisierte damit eine deutlich überverkaufte Aktie. Solche Werte ziehen häufig genau solche technischen Gegenbewegungen nach sich, wenn Leerverkäufer Gewinne mitnehmen und Schnäppchenjäger einsteigen.

Der Gesamtabsturz der vergangenen 30 Tage bleibt trotz der Erholung gravierend: Das Papier verlor in diesem Zeitraum 34,60 Prozent an Wert. Vom 52-Wochen-Hoch bei 0,8500 Euro aus dem Januar trennen die Aktie inzwischen fast 85 Prozent. Kurzfristige Erholungsrallys ändern daran wenig — der übergeordnete Trend bleibt abwärtsgerichtet.

Fortschritte bei Seltenen Erden in Brasilien

Während der Aktienkurs unter Druck steht, meldet das Unternehmen operative Erfolge. Am Projekt Turvolândia in Brasilien, das auf ionische Tonlagerstätten mit Seltenen Erden setzt, hat Canamera die Zahl der identifizierten Zielgebiete von vier auf sieben erweitert.

Besonders bemerkenswert sind die Ergebnisse vom Rose Target. Dort ergaben Bohrungen 8 Meter mit einem Gehalt von 2.238 ppm an Total Rare Earth Oxides. Die Mineralisierung beginnt nahe der Oberfläche — ein Faktor, der künftige Förderkosten senken könnte.

Canamera erweitert zudem sein Portfolio geografisch. Das Unternehmen hat sich eine Option auf 100 Prozent des Projekts Rare Earth Ridge in Ontario gesichert und reduziert damit die Abhängigkeit von den brasilianischen Assets.

Ausblick: Analysen für 47 Bohrlöcher stehen aus

Die kommenden Handelswochen dürften von neuen technischen Daten geprägt sein. Laut jüngsten Unternehmensmitteilungen stehen noch Analyseergebnisse für 47 weitere Bohrlöcher aus. Darunter befinden sich 20 Nachfolgebohrungen am Linda-Zielgebiet, die zusätzliche Hinweise auf die Größenordnung des Turvolândia-Systems liefern könnten.

Ob die Unterstützung bei 0,1005 Euro in der neuen Handelswoche hält, wird sich zeigen müssen. Der globale Fokus auf nicht-chinesische Lieferketten für kritische Rohstoffe — insbesondere für Hightech- und Verteidigungsanwendungen — hält das Interesse an Brasiliens aufstrebendem Seltene-Erden-Standort hoch. Eine nachhaltige Kurserholung dürfte jedoch zusätzlich eine Stabilisierung im breiteren Lithium- und Seltene-Erden-Sektor voraussetzen.