Anleger rieben sich am Freitag die Augen. Die Cannovum-Aktie sprang plötzlich um über 10 Prozent nach oben. Auf Handelsplätzen wie Tradegate erreichte das Plus zeitweise sogar 20 Prozent. Ein Preis von 0,53 Euro markierte dort den vorläufigen Höhepunkt einer volatilen Sitzung.

Geringe Liquidität treibt Volatilität

Hinter der Bewegung stecken keine neuen Geschäftserfolge. Die Marktkapitalisierung von Cannovum ist auf rund eine Million Euro eingebrochen. Damit gehört das Papier fest in das Segment der Penny Stocks. Bei einer so geringen Bewertung bewegen schon kleine Aufträge den Kurs massiv.

An manchen Tagen wechseln nur wenige hundert Aktien den Besitzer. Das Handelsvolumen ist also extrem dünn. Käufer finden dann kaum Verkäufer, ohne den Preis zu treiben. Die Folge: Extreme Ausschläge nach oben oder unten.

Operatives Geschäft ist Geschichte

Das eigentliche Cannabis-Geschäft gehört der Vergangenheit an. Bereits im Februar 2025 leitete der Vorstand die Liquidation wichtiger Unternehmensteile ein. Parallel dazu verkaufte die Gesellschaft ihre verbliebene Beteiligung an der Cannovum Health eG. Die politische Unsicherheit bei der Legalisierung machte diesen Schritt nötig.

Inzwischen fungiert Cannovum als leere Börsenhülle. Die Aktionäre strichen bereits im November 2025 den Zusatz „Cannabis“ aus dem Namen. Auch der Firmensitz liegt nun in München. Die Zahlen für 2025 belegten im Juni 2026 einen deutlichen Fehlbetrag.

Risiken für Anleger

Das Risiko für Investoren bleibt immens. Wer jetzt einsteigt, setzt auf eine reine Spekulation. Ohne operatives Geschäft fehlen fundamentale Ankerpunkte. Ein Ausstieg gestaltet sich bei der geringen Liquidität oft schwierig.

  • Liquidation der Anbau-Allianz abgeschlossen.
  • Verkauf der 25-prozentigen Beteiligung an Cannovum Health eG.
  • Minimale Umsätze im Geschäftsjahr 2025 gemeldet.
  • Einladung zur Hauptversammlung 2026 steht noch aus.

Die Aktie bleibt eine Wette auf einen neuen Investor. Ein solcher Käufer könnte den Börsenmantel für neue Aktivitäten nutzen. Bisher fehlen jedoch konkrete Signale für einen solchen Deal. Ohne handfeste Meldungen im Bundesanzeiger dominiert weiterhin die Unsicherheit das Geschehen.