Canopy Growth hat am Freitag Zahlen vorgelegt, die den seit Monaten laufenden Sparkurs des Cannabiskonzerns bestätigen. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 fiel der Verlust pro Aktie mit -0,02 US-Dollar um die Hälfte niedriger aus als von Analysten mit -0,04 US-Dollar erwartet.
Der konsolidierte Nettoumsatz stieg um 13 Prozent auf 81,2 Millionen kanadische Dollar. Der Kurs reagierte am heutigen Montag verhalten: Die Aktie notiert bei 0,8400 Euro und damit 0,57 Prozent über dem Vortagsniveau – ein Anstieg, der die fundamentale Verbesserung nur ansatzweise widerspiegelt.
Wachstum in allen Segmenten, Margen legen zu
Das Cannabis-Geschäft trug mit 65,1 Millionen kanadischen Dollar den Löwenanteil zum Umsatz bei, ein Plus von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.
Besonders kräftig entwickelte sich der medizinische Cannabis-Bereich in Kanada mit einem Zuwachs von 22 Prozent, getrieben durch mehr versicherte Kunden und die MTL-Cannabis-Übernahme. Das Freiverkaufsgeschäft in Kanada legte um 10 Prozent zu, auch die internationalen Cannabis-Märkte wuchsen um denselben Wert.
Auf der Kostenseite zeigt sich der eigentliche Fortschritt: Die bereinigte Bruttomarge kletterte von 25 Prozent im Vorjahresquartal auf 31 Prozent. Besonders auffällig ist die Entwicklung bei Storz & Bickel, der Vaporizer-Sparte des Konzerns.
Dort sprang die Bruttomarge von 29 auf 48 Prozent, nachdem Canopy Growth Kosten rationalisiert und einen Teil zuvor gezahlter US-Zölle zurückerhalten hat. Das bereinigte EBITDA-Defizit schrumpfte um 59 Prozent auf 3,2 Millionen kanadische Dollar, der Nettoverlust verringerte sich um 68 Prozent auf 14,6 Millionen kanadische Dollar.
MTL-Integration und Blick nach Großbritannien
Management-seitig steht die Integration der MTL-Cannabis-Übernahme im Fokus. Canopy Growth arbeitet an jährlichen Synergien von 8 Millionen kanadischen Dollar aus dem Zusammenschluss und verweist auf Fortschritte bei Anbau und Lieferkette. Zur laufenden Akquisition erklärte das Management, man sehe eine klare Chance, die Plattform mittelfristig weiter zu stärken.
International rückt Großbritannien in den Blick: Der Konzern erwartet, dass Blütenlieferungen dorthin bald beginnen und in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2027 erste Umsatzbeiträge liefern.
Für die Guidance bleibt es bei der bekannten Marschroute – Canopy Growth peilt weiterhin ein positives bereinigtes EBITDA im laufenden Geschäftsjahr an. Die Bruttomarge soll kurzfristig in den mittleren 30-Prozent-Bereich steigen, langfristig nahe 50 Prozent.
Bewertung bleibt gedrückt, Auftritt in Boston steht an
Trotz der operativen Fortschritte bleibt die Aktie fundamental unter Druck. Sie liegt derzeit 11,62 Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt, was auf einen mittelfristig noch intakten Abwärtstrend hindeutet.
Immerhin: Zum 52-Wochen-Tief von 0,7500 Euro, erreicht Ende März, hat sich mittlerweile ein Puffer von 12,00 Prozent aufgebaut. Die Marktkapitalisierung des Konzerns liegt bei rund 374,52 Millionen Euro – ein Bruchteil früherer Bewertungen, die dem Titel einst den Ruf eines Schwergewichts der Branche einbrachten.
Anleger richten den Blick nun auf den morgigen Dienstag: CEO Luc Mongeau präsentiert das Unternehmen um 12:00 Uhr Ortszeit auf der Canaccord Genuity Growth Conference in Boston. Der Auftritt dürfte weitere Details zur MTL-Integration und zur EBITDA-Guidance liefern – Themen, die für die weitere Kursentwicklung entscheidender sein könnten als das reine Quartalsergebnis selbst.
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