Die Stimmung um Canopy Growth bleibt angespannt. Ein zentrales Ereignis rückt näher: die US-Regulierungsanhörung zur Neuklassifizierung von Cannabis. Analysten reagieren bereits mit angepassten Erwartungen.
Das kanadische Unternehmen notiert aktuell bei 0,80 Euro und gibt leicht nach. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf über 22 Prozent.
Bernstein senkt das Kursziel
Die Analysten von Bernstein SocGen Group haben ihre Bewertung für Canopy Growth deutlich nach unten geschraubt. Nadine Sarwat setzt das Kursziel auf 1,70 kanadische Dollar. Grundlage sind die jüngsten Quartalszahlen für das vierte Fiskalquartal 2026.
Die Bilanz fällt gemischt aus. Positiv: Die internationalen Cannabis-Erlöse legten um 68 Prozent zu, der kanadische Medizinalbereich wuchs um 27 Prozent. Negativ: Der Gesamtumsatz von 71,25 Millionen kanadischen Dollar blieb unter den Erwartungen.
Der große Knackpunkt: die DEA-Anhörung
Spannung kommt aus den USA. Nächste Woche beginnt die administrative Anhörung der Drug Enforcement Administration (DEA) zur Neuklassifizierung von Cannabis. Bislang gilt Marihuana als hochriskante Substanz der Kategorie Schedule I. Eine Herabstufung auf Schedule III wäre ein Gamechanger für die gesamte Branche.
Konkret würde die Neuregelung die medizinische Nutzung von Cannabis offiziell anerkennen. Und: Unternehmen im Canopy-USA-Ökosystem könnten endlich normale Betriebsausgaben steuerlich absetzen. Das würde die Liquidität massiv verbessern.
Doch die Skepsis bleibt. Die Liste der zugelassenen Anhörungsteilnehmer enthält nach Einschätzung von Rechtsexperten überproportional viele Gegner einer Legalisierung. Der Weg zu einer schnellen politischen Kehrtwende scheint steinig.
Technisch am Wendepunkt
Charttechnisch steckt Canopy Growth tief in einer Konsolidierung. Die Aktie notiert etwa sieben Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief von 0,75 Euro. Vom Hoch bei 2,00 Euro trennen sie knapp 60 Prozent.
Ein Signal gibt der RSI: Mit 31,9 Punkten liegt der Wert nur knapp über der überverkauften Marke von 30. Rein technisch wäre eine Erholung denkbar. Die hohe annualisierte Volatilität von rund 36 Prozent zeigt aber: Die Nervosität bleibt groß.
Die Kombination aus gesenkten Analystenzielen und dem bevorstehenden DEA-Verfahren verspricht weitere Kursausschläge. Bis zu einer klaren regulatorischen Weichenstellung für den US-Markt dürfte Canopy Growth ein riskantes Papier bleiben.
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