Bei Canopy Growth reißen die schlechten Nachrichten nicht ab. Die Aktie hat seit Jahresbeginn massiv an Wert verloren. Nun trennen sich mehrere Vorstandsmitglieder von ihren Anteilen. Das sorgt in einer ohnehin nervösen Marktphase für zusätzliche Unruhe.

Am 29. Juni verkauften drei Direktoren des Unternehmens Aktienpakete. David Angelo Lazzarato und Theresa Yanofsky stießen Papiere zu einem Kurs von knapp 92 US-Cent ab. Auch Joseph Bayern reduzierte seine Position.

Die Verkäufe haben einen administrativen Hintergrund. Sie dienen dazu, fällige Steuern auf zugeteilte Aktienoptionen zu bezahlen. Reine Routine. Die Optik bleibt in der aktuellen Lage trotzdem unglücklich.

Schwache Zahlen belasten den Kurs

Der Cannabis-Produzent kämpft an mehreren Fronten. Seit Januar steht ein Kursverlust von rund 17 Prozent auf der Anzeigetafel. Der Marktwert ist auf 435 Millionen US-Dollar geschrumpft. Ein schwacher Quartalsbericht verfehlte kürzlich die Erwartungen der Analysten.

Dazu kommen hausgemachte Probleme. Das Management räumte zuletzt wesentliche Schwächen bei den internen Finanzkontrollen ein. Das schreckt Privatanleger ab. Der Weg in die Profitabilität wird dadurch steiniger.

Konkurrenz zieht vorbei

Im Hintergrund formiert sich der gesamte Sektor neu. Die US-Drogenbehörde DEA prüft aktuell, ob sie Marihuana milder einstuft. Eine solche Entscheidung könnte die Steuerlast großer Produzenten massiv senken.

Währenddessen rüstet die Konkurrenz auf. Tilray Brands kaufte kürzlich die digitale Gesundheitsplattform HelloMD. TerrAscend plant parallel dazu eine Aktienzusammenlegung. Damit will sich der Konkurrent für einen Aufstieg an die großen US-Börsen qualifizieren.

Für die Canopy-Aktie geht es nun um wichtige charttechnische Marken. Das Papier pendelt gefährlich nah an der Schwelle von einem US-Dollar. Fällt der Kurs nachhaltig unter dieses Niveau, droht ein weiterer Abverkauf in Richtung des Jahrestiefs bei 84 US-Cent.